Wohnungsbrand in Hochhaus bei Hattersheim – Großeinsatz für Feuerwehr und Rettungsdienst

Am frühen Morgen wurde die Feuerwehr nach Hattersheim-Okriftel (Main-Taunus-Kreis) zu einem Brand in einem Hochhaus gerufen. Aufgrund der starken Rauchentwicklung und -ausbreitung im Gebäude wurde das Einsatzstichwort auf MANV50 (Massanfall von Verletzten) erhöht. Das Feuer in der Brandwohnung konnte nach einer Stunde gelöscht werden. Es gab mehrere Betroffene, die Rauchgase eingeatmet hatten.

Im dritten Stock eines 17-stöckigen Wohnhauses in der Sindlinger Straße in Hattersheim-Okriftel war gegen 8:30 Uhr ein Feuer ausgebrochen, was sich aus der betroffenen Wohnung heraus schnell auf den Balkon ausbreitete. Der Brand verursachte eine starke Rauchentwicklung, die das Treppenhaus ohne erforderliche Schutzausrüstung unzugänglich machte. Da die Feuerwehren aus Hattersheim bei dem Lagerhallenbrand in Flörsheim-Weilbach im Einsatz waren, rückten zunächst Löschzüge aus Bad Soden und Kelkheim an, bevor die Hattersheimer Feuerwehrkräfte nachrücken konnten.

45 Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses, in dem 182 Menschen gemeldet sind, mussten über drei Drehleitern, mehrere tragbare Leitern und das Treppenhaus gerettet werden. Aufgrund der zahlreichen betroffenen Personen rückten mit dem Stichwort „MANV 50“ (Massenanfall von bis zu 50 Verletzten) zahlreiche Rettungswagen und Notärzte sowie MANV-Komponenten aus dem Main-Taunus-Kreis (MTK) und dem gesamten Rhein-Main-Gebiet an. Die aus dem Haus geretteten Bewohnerinnen und Bewohner wurden mit einem Bus der Feuerwehr Frankfurt und der MANV-E-Einheit des MTK zum Feuerwehrhaus Okriftel gebracht. Durch den 1. Betreuungszug des MTK wurde dort eine Betreuungsstelle eingerichtet. Mindestens drei Personen erlitten Rauchgasverletzungen.

Die Stockwerke 2, 3 und 4 sind am Sonntag und das Stockwerk 3 auf unbestimmte Zeit nicht bewohnbar. Die davon betroffenen Personen wurden durch Kräfte der Notfallseelsorge (PSNV) des MTK betreut und teils anderweitig untergebracht.

Der Rauch hatte sich über den Aufzugsschacht im gesamten Gebäude ausgebreitet. Die Löscharbeiten waren gegen 11:00 Uhr abgeschlossen. Jedoch waren umfangreiche Nachlösch- und Belüftungsarbeiten erforderlich. Rund 100 Feuerwehrkräfte waren im Einsatz.

Schnell war klar, dass das Feuer in der Wohnung eines polizeibekannten 42-jährigen Mannes im dritten Stock des Hauses ausgebrochen war. Die Feuerwehr musste in der Vergangenheit bereits mehrfach dort anrücken. Der 42-Jährige flüchtete zunächst, konnte jedoch im Rahmen einer sofort eingeleiteten Fahndung von Polizeibeamten angetroffen und festgenommen werden. Er befindet sich derzeit in Polizeigewahrsam, konnte jedoch bisher noch nicht vernommen werden. Es besteht der dringende Tatverdacht, dass der Mann das Feuer in seiner Wohnung zumindest fahrlässig verursacht hat. Dazu wurden weitere kriminalpolizeiliche Ermittlungen eingeleitet.

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