Verpuffung in der Kanalisation nach Pkw-Brand – Sieben verletzte Einsatzkräfte

Durch eine Verpuffung in der Kanalisation wurden am Donnerstagabend in Wiesbaden-Rambach sieben Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei leicht verletzt. Die Einsatzkräfte hatten gerade den Brand von zwei Pkw gelöscht und waren mit Abbaumaßnahmen beschäftigt, als es vermutlich durch Kraftstoffdämpfe in der Kanalisation zu einer Verpuffung kam. Diese war so stark, dass Kanaldeckel durch die Luft geschleudert wurden.

Verpuffung in der Kanalisation nach Pkw-Brand 29.11.18

Die Fahrerin eines Mercedes-Benz fuhr gegen 15:25 Uhr mit seinem Fahrzeug die Straße „Am Ringwall“ entlang, als der Pkw während der Fahrt in Brand geriet. Die Frau fuhr direkt an den Fahrbahnrand und konnte unverletzt mit ihrem Enkelkind aus ihrem Pkw aussteigen. Noch bevor die verständigten Kräfte der Feuerwehr und der Polizei am Einsatzort eingetroffen waren, hatte das Feuer bereits auf einen in unmittelbarer Nähe abgestellten weiteren Mercedes-Benz übergegriffen.

Als das Löschfahrzeug der Feuerwache 3 eintraf, standen die beiden Pkw lichterloh in Flammen. Zur Brandbekämpfung wurde durch die Einsatzkräfte der Feuerwache 3 und der nachalarmierten Freiwilligen Feuerwehr Rambach zwei C-Rohre sowie im weiteren Verlauf ein Schaumrohr vorgenommen. Hierdurch konnte das Übergreifen des Brandes auf ein angrenzendes Haus verhindert werden, an dem schon die Fensterscheiben geplatzt waren.

Während der Aufräumarbeiten kam es gegen 16:00 Uhr zu einer Verpuffung von Kraftstoffdämpfen in der Kanalisation, welche vermutlich aus den Pkw stammten und unbemerkt in die Kanalisation gelangt waren. Die beiden Fahrzeuge gerieten erneut in Brand. „Gullideckel, die ein Gewicht von 50 Kilogramm haben, wurden bis zu 20 Meter hoch geschleudert. Sieben Personen wurden durch herumfliegende Asphaltteile und Splitter verletzt“, berichtet Harald Müller, Amtsleiter der Feuerwehr Wiesbaden. „Zum Glück nur leichte Verletzungen. Vier Kräfte der Berufsfeuerwehr, zwei Freiwillige Feuerwehrleute und ein Kollege der Polizei wurden in Krankenhäuser gebracht. Sie haben viel Glück gehabt. Ein Gullideckel ist aus 20 Meter Höhe einen Meter neben dem Kollegen eingeschlagen.“

Zur Versorgung der verletzten Einsatzkräfte und die weiteren Einsatzmaßnahmen wurden weitere Kräfte, unter anderem weitere Kräfte der Feuerwache 1 und des Rettungsdienstes sowie die Freiwillige Feuerwehr Sonnenberg alarmiert. Die Freiwillige Feuerwehr Stadtmitte und die Werkfeuerwehr InfraServ rückten mit Messfahrzeugen an und die IuK-Grupp nahm den Einsatzleitwagen ELW2 in Betrieb. Nach der Erstversorgung wurden die sieben Leichtverletzten in Wiesbadener Krankenhäuser sowie die Uniklinik Mainz transportiert. Die Versorgung der Verletzten wurde durch die Einsatzleitung Rettungsdienst (OLRD und LNA) koordiniert.

Um auszuschließen, dass weiterhin die Gefahr einer zündfähigen Atmosphäre besteht, wurde die Kanalisation rund um die Einsatzstelle durch Kräfte der Feuerwehr und der Entsorgungsbetriebe ELW mit Messgeräten überprüft. Die Arbeiten zogen sich bis gegen 19:00 Uhr hin. Es zeigt sich, dass keine Gefahr mehr bestand. Im Bereich Rambach kann es jedoch noch zu einer leichten Geruchsbelästigung, insbesondere aus der Kanalisation kommen.

Um den Grundschutz in der Stadt sicherzustellen, wurden die Feuerwachen 1 durch die Freiwillige Feuerwehr Heßloch und Kloppenheim sowie die Feuerwache 3 durch die Freiwilligen Feuerwehren Breckenheim und Igstadt besetzt. Insgesamt waren durch den umfangreichen Einsatz und die Kontrolle der Kanalisation 60 Einsatzkräfte der Feuerwehr sowie 20 Einsatzkräfte des Rettungsdienstes im Einsatz. Geleitet wurde der Einsatz von drei Direktionsdiensten und mehreren Einsatzleitdiensten der Berufsfeuerwehr.

Zum Ausmaß etwaiger Beschädigungen infolge der Explosion, insbesondere im Bereich der Kanalisation oder angrenzender Wohnhäuser, und der Schadenshöhe konnte die Polizei am Abend noch keine Angaben machen.

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Redaktion: Sebastian Stenzel
Fotos: Dennis Altenhofen / Privat (3)
Video: Dennis Altenhofen / Michael Ehresmann / Sebastian Stenzel

Veröffentlichung: 29. November 2018 - 21:13 Uhr
Letzte Aktualisierung: 30. November 2018 - 14:18 Uhr
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