Unfall und Folgeunfall mit Lkw bei Medenbach – Mehrere Eingeklemmte

Schwerer Verkehrsunfall mit Lkw A3 Medenbach 21.04.15Zwei schwere Auffahrunfälle mit Lastwagen forderten am Dienstag auf der A3 zwischen Medenbach und Niedernhausen insgesamt drei schwer und leicht Verletzte. Feuerwehr und Rettungsdienst aus drei Landkreisen kamen zum Einsatz, um mehrere eingeklemmte Lkw-Fahrer zu befreien und einen Entstehungsbrand zu löschen.

Die Unfallserie beginnt kurz vor 14:00 Uhr als zwei Lkw auf der A3 etwa einen Kilometer vor Niedernhausen aufeinander fahren. Da hier der Fahrer des auffahrenden Lkw eingeklemmt und schwer verletzt wird, alarmiert die Leitstelle den Rüstzug sowie ein weiteres Löschfahrzeug der Berufsfeuerwehr Wiesbaden sowie die Freiwilligen Feuerwehren Auringen und Medenbach.

Unfall mit Gefahrgut-Lkw A3 21.04.15Noch auf der Anfahrt wird bekannt, dass einer der beteiligten Lkw als Gefahrguttransporter gekennzeichnet war. Daher alarmiert der Einsatzleiter den Gerätewagen Messtechnik sowie den Abrollbehälter „Umwelt“ nach. Wie sich im Verlauf herausstellt, ist der Gefahrgut-Lkw unbeladen und zudem in den wesentlichen Teilen unbeschädigt.

Während die Kräfte der Feuerwache 3 sowie der Einsatzleitdienst schon an der Unfallstelle sind, kämpfen sich die weiteren Einsatzfahrzeuge durch den Stau, der zu der Zeit in Höhe der Raststätte Medenbach beginnt. Dabei werden sie Zeuge, wie am Stauende insgesamt fünf Lkw heftig ineinander fahren.

Sofort halten die Einsatzkräfte an und kümmern sich um die Verletzten des neuen Unfalls. Aufgrund dieser Meldung wird die Richtungsfahrbahn komplett gesperrt,Schwerer Verkehrsunfall mit Lkw A3 Medenbach 21.04.15 weitere Notärzte und Rettungswagen sowie die Feuerwehren Idstein und Niedernhausen aus dem Rheingau-Taunus, die Feuerwehr Hofheim aus dem Main-Taunus-Kreis sowie die Freiwilligen Feuerwehren Delkenheim und Nordenstadt für beide Unfallstelle nachalarmiert.

Während die Feuerwehr den schwer verletzten Fahrer beim ursprünglichen Unfall schnell befreien kann und sich auf die Kontrolle des Gefahrgut-Lkw beschränkt, haben die Einsatzkräfte bei dem zweiten Unfall alle Hände voll zu tun.

Drei der fünf Lkw sind in der Front heftig beschädigt, zwei Führerhäuser abgerissen. Ein Lkw-Fahrer wird aus seinem abgerissenen Führerhaus geschleudert und hängt nur noch teilweise am Gurt. Ersthelfer und Feuerwehrleute befreien den Mann, um eine Erstversorgung durchzuführen. In dem mittleren Lkw hat der Fahrer großes Glück.

Schwerer Verkehrsunfall mit Lkw A3 Medenbach 21.04.15Als er am Stauende hält, bückt er sich nach seinen Zigaretten. In diesem Moment wird sein Lkw auf den vor ihm stehenden Autotransporter mit Sportwagen gerammt. Dabei durchbricht ein Sportwagen seine Frontscheibe genau in Kopfhöhe. Der Mann bleibt nahezu unverletzt.

Im hintersten Lkw wird der Fahrer jedoch schwer im Hüft- und Beinbereich eingeklemmt. Hinzu kommt, dass auch dieser Lkw Autos geladen hat, die sich durch den Unfall verschoben haben und teilweise auf das abgerissene Führerhaus drücken.

Stück für Stück muss sich die Feuerwehr Platz schaffen und dabei Teile des Anhängers, in den sich der Lkw verkeilt hat, demontieren. Während der Rettungsarbeiten wird es plötzlich hektisch, als Flammen neben dem Eingeklemmten züngeln. Durch den Unfall kam es durch Kurzschlüsse und heiße Teile zum Brand im Motorraum.

Schwerer Verkehrsunfall mit Lkw A3 Medenbach 21.04.15Mit Feuerlöschern bekämpfen ein Rettungsassistent, ein Notarzt sowie andere Lkw-Fahrer den Brand bis die Feuerwehr den Brand mit zwei Rohren endgültig löscht. Nach etwa einer Stunde ist der Fahrer zwar schwer verletzt, aber bei Bewusstsein befreit.

Für die Beteiligten sind insgesamt vier Notärzte und sieben Rettungswagen an der Einsatzstelle. Bei beiden Unfällen werden letztlich drei Menschen schwer, aber nicht lebensgefährlich sowie vier leicht verletzt. Beim Ausmaß der Zerstörung ist hier fast von „Glück im Unglück“ zu sprechen.

Neben den beiden Einsatzleitdiensten sind auch der Direktionsdienst der Berufsfeuerwehr sowie die Einsatzleitung Rettungsdienst (LNA und OLRD) aus Wiesbaden sowie dem Main-Taunus-Kreis vor Ort. Aufgrund der Vollsperrung leitet die Polizei den Stau hinter der ursprünglichen Unfallstelle entgegen der Fahrtrichtung zur Raststätte Medenbach ab.

Schwerer Verkehrsunfall mit Lkw A3 Medenbach 21.04.15Bereits nach kurzer Zeit entsteht ein Stau von über 15 Kilometern sowie auf den Landstraßen rund um Medenbach und Niedernhausen. Auch auf der Gegenfahrbahn kommt es durch Schaulustige immer wieder zu gefährlichen Bremsmanövern und Beinaheunfällen.

Zur Unfallursachenermittlung rückt ein Polizeihubschrauber an und macht Luftbilder von der Unfallstelle. Erst nach knapp drei Stunden können an beiden Unfallstellen je eine bzw. zwei Spuren geöffnet werden.

Während des Großeinsatzes wurden mehrere Freiwillige Feuerwehren zur Wachbesetzung alarmiert. Aufgrund der umfangreichen Bergungs- und Reinigungsarbeiten kommt es noch bis in die Nacht zu Behinderungen und Staus bis hinter das Wiesbadener Kreuz.

Die Höhe des entstandenen Sachschadens ist noch unbekannt. Alleine die Schäden an den Sportwagen wurden vom Lkw-Fahrer vor Ort auf über eine Million Euro geschätzt.

Fotos vom 1. Unfall (Auffahrunfall mit Gefahrgut-Lkw)

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Fotos vom 2. Unfall (Auffahrunfall mit fünf Lkw)

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Redaktion: Michael Ehresmann
Fotos: Dennis Altenhofen / Michael Ehresmann / Sebastian Stenzel
Video: Dennis Altenhofen / Michael Ehresmann / Sebastian Stenzel

Veröffentlichung: 21. April 2015 - 20:32 Uhr
Letzte Aktualisierung: 21. April 2015 - 20:45 Uhr
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