Umfangreiche Menschenrettung nach Kellerbrand in Mainz

Umfangreiche Menschenrettung nach Kellerbrand in Mainz

Kellerbrand MainzEin Kellerbrand beschäftigte die Feuerwehr Mainz am Freitag mehr als vier Stunden. Durch den Brandrauch verletzten sich drei Bewohner und mussten medizinisch versorgt werden. Weitere 40 Mieter mussten mit Hilfe der Feuerwehr aus dem stark verrauchten Gebäude gerettet werden.

Am späten Freitagabend wurde der Feuerwehr Mainz um 23:19 Uhr über den Notruf 112 ein Kellerbrand in einem fünfgeschossigen Gebäude in der Mainzer Neustadt gemeldet. Da sich die Einsatzstelle in unmittelbarer Nähe zur Feuerwache 2 befand, war die Feuerwehr schnell vor Ort. Beim Einbiegen in den Straßenzug konnte eine starke Rauchwicklung aus dem Gebäude und aus zwei ebenerdigen Kellerfenstern festgestellt werden. Zu diesem Zeitpunkt waren nur wenige Bewohner vor dem Gebäude. Diese berichteten den Einsatzkräften, dass sich noch viele weitere Personen in den Wohnungen aufhielten. Der dichte und giftige Rauch aus dem Keller zog in das Treppenhaus und schnitt somit den Bewohnern den Weg nach draußen ab. Daraufhin wurde umgehend eine Evakuierung durch die Feuerwehr eingeleitet. Unter Atemschutz und mit sogenannten Brandfluchthauben drangen die Einsatzkräfte über die Treppen ins Gebäude vor und brachten die Bewohner ins Freie. Dabei mussten auch Kinder und nicht gehfähige Personen gerettet werden. Insgesamt hielten sich zum Zeitpunkt des Brandes 43 Menschen in dem Haus auf.

Die umfangreichen Evakuierungsmaßnahmen machten eine Nachalarmierung von weiteren Einsatzkräften und -technik erforderlich. So kamen neben der Berufsfeuerwehr auch die Freiwillige Feuerwehr Mainz-Stadt und Mainz-Weisenau zum Einsatz. Parallel zur Menschenrettung gingen zwei Trupps unter Atemschutz in den Keller vor. Durch einen mobilen Rauchschutzvorhang konnte die Rauchausbreitung in den Treppenraum eingedämmt werden. IMG_0889Das Feuer, welches in einem circa 4 mal 1,5 Meter großen Bretterverschlag ausgebrochen war, wurde mittels eines Strahlrohres bekämpft. Die starke Rauchentwicklung, ausgelöst durch brennende Kunststoffe und Holz, machte den Einsatz eines Hochleistungslüfters notwendig.

Aufgrund der fortgeschrittenen Nachtzeit waren viele Bewohner nur dünn mit Schlafanzügen bekleidet und mussten betreut werden. Die Verkehrsbetriebe stellten zeitnah einen Stadtbus zur Verfügung, damit sich die Personen aufwärmen konnten. Die große Anzahl der Betroffenen machte es auch erforderlich, dass weitere Kräfte des Rettungsdienstes sowie der Leitende Notarzt und der Organisatorische Leiter Rettungsdienst zur Einsatzstelle nachalarmiert wurden. Auf der Feuerwache 2 organisierten die Einsatzkräfte für die Evakuierten die weitere Unterbringung, da durch den Brand die Strom-, Wasser- und Gasleitungen in Mitleidenschaft gezogen wurden und das Mietshaus bis auf weiteres nicht bewohnbar ist. 16 Personen konnten in zwei naheliegenden Hotels untergebracht werden, während die anderen Mieter bei Freunden und Verwandten unterkamen.

Um den Grundschutz im nordöstlichen Einsatzgebiet sicherzustellen, wurde die verwaiste Feuerwache 2 durch die Freiwillige Feuerwehr Weisenau besetzt. Neben der Feuerwehr mit 50 Einsatzkräften und dem Rettungsdienst waren auch die Polizei mit mehreren Streifenwagen und die Stadtwerke im Einsatz. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Der Einsatz dauerte rund viereinhalb Stunden.

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