Passive Sicherheit moderner Autos – Eine Herausforderung für Retter und Werkzeug

Passive Sicherheit moderner AutosAm Tag der offenen Tür auf der Feuerwache 1 stellte die Feuerwehr Wiesbaden einen Opel Insignia aus, der ein verunfalltes modernes Auto nach fachgerechter Öffnung darstellen sollte. Tags zuvor hatten sich Brandamtmann Frank Hüsch, zugleich Ausbilder für Technische Unfallrettung, und Oberbrandmeister Marco Pfeuffer den bis dahin unversehrten Insignia vorgeknöpft.

Die hohe passive Sicherheit moderner Autos stellt eine Herausforderung für die Retter dar. Dass die Öffnung des Insignia keine 20 Minuten dauerte (inklusive kleinen Pausen für Fotos), ist ein Verdienst des eingespielten Teams und ihrer modernen Werkzeuge. Erstmals kamen die neu angeschaffte Rettungsschere RSX 200-107 PLUS und der Spreizer SP 49 von Weber-Hydraulik zum Einsatz. Mit ihren gehärteten Blättern schneidet die Schere auch die hochfesten Stähle kritischer Karosserieteile, wie die B-Säule des Insignia, mühelos. Dank der über ein Panasonic Toughbook CF-19 abgerufenen Rettungsdatenblätter, ließen sich unter anderem die pyrotechnischen Elemente, wie Airbag-Gasgeneratoren, sicher identifizieren.

Die Arbeit von Frank und Marco haben wir mit der Videokamera festgehalten:

Am nächsten Werktag hatte schließlich die Wachmannschaft die seltene Gelegenheit, im Rahmen einer Übung statt eines alten Kleinwagens eine moderne Limousine zu zerlegen. „Der Fokus dieser Trainingseinheit liegt darauf, zu zeigen, wie ich unter Berücksichtigung des konkreten Einzelfalls intelligent den passenden Rettungsansatz wähle“, Passive Sicherheit moderner Autoserklärt Marco Pfeuffer. „Dann muss ich mit möglichst wenig zeitraubendem Neuansetzen des Werkzeugs die notwendige Öffnung für die schonende Rettung des Unfallopfers schaffen – nach dem Motto: so viel wie nötig, so wenig wie möglich.“ Ein Hochdrücken des Armaturenträgers mit dem Rettungszylinder beispielsweise kann wertvollen Freiraum schaffen. Nur als letztes Mittel eignet sich das „Lenkrad ziehen“ per Stahlkette: „Das sieht nicht nur rabiat aus, es birgt auch Gefahren für den Patienten und die Einsatzkräfte.“

Während der Übung wird deutlich, wie viel schwieriger und zeitaufwändiger sich die Öffnung des modernen Fahrzeugs mit älterem Material gestaltet: Mehrfach beißt sich die Rettungsschere förmlich die Zähne an den hochfesten Stählen aus – sie verkantet und muss mehrfach neu angesetzt werden. Umso wichtiger, dass die Feuerwehr inzwischen im Abrollbehälter „Technische Unfallhilfe“ das neue Werkzeug mitführt, das sich bereits im realen Einsatz bewährt hat.

Video von der finalen Zerlegung des Opel Insignia durch die Wachmannschaft:

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Vielen Dank an Eckart Schaper für diese Reportage sowie die Fotos und Videos!

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