Nächtlicher Einsatz am Mainzer Rathaus: Feuerwehr zieht junge Frau in letzter Sekunde aus dem Rhein

Symbolfoto

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Den guten Ohren einer Rheinanwohnerin aus der Uferstraße hat eine junge Frau in der Nacht zum Freitag vermutlich ihr Leben zu verdanken. Die Dame hörte Hilfeschreie aus Richtung Rhein und alarmierte umgehend die Hilfs- und Rettungskräfte von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr.

Ein Großaufgebot machte sich mit Einsatzleitwagen, vier Löschfahrzeugen, dem Gerätewagen-Wasserrettung, vier Feuerwehrbooten, einem Rettungswagen und einem Notarzteinsatzfahrzeug sowie mehreren Streifenwagen und einem Boot der Wasserschutzpolizei auf den Weg in Richtung Rheinufer. Schnell konnte eine Person auf Höhe des Mainzer Rathauses im Wasser entdeckt werden. Mit Hilfeschreien machte die an einer Kette des KD-Steigers Hängende auf sich aufmerksam.

Für die Feuerwehr wurde der Ernst der Lage bereits beim Einbiegen in die Straße „Am Rathaus“ erkennbar: Ein Rettungswagen stand mit offenen Türen am Rathaus und am Ufer war im Dunkeln wildes Gewusel zu sehen. Zeitgleich wurden die anrückenden Kräfte der Feuerwehr über Funk darüber informiert, dass sich die Person noch im Wasser befindet. Die Besatzung des ersteingetroffenen Feuerwehrfahrzeuges rüstete sich umgehend mit Rettungsweste und  Sicherungsleine aus. Die Taucher befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch auf der Anfahrt.

Da die Kräfte der jungen Frau im Wasser zusehends schwanden und ein Loslassen der Kette und ein Abtreiben wahrscheinlich waren, stieg der abgesicherte Feuerwehrmann über die Treppe ins eiskalte Wasser. Kurz vor Erreichen der jungen Frau konnte diese sich nicht mehr halten und trieb einige Meter ab. Dabei tauchte auch der Kopf schon unter Wasser. Sprichwörtlich in letzter Sekunde konnte sie aber gepackt werden. Mit vereinten Kräften wurden die beiden im eiskalten Rhein Treibenden zur Treppe gezogen und die Stufen hinauf getragen.

Die stark unterkühlte Frau wurde anschließend im Rettungswagen durch eine Notärztin und die Besatzung des Rettungswagens erstversorgt, bevor es für sie in die Notaufnahme einer Mainzer Klinik ging.

Ein für den Schwimmer der Feuerwehr ebenfalls alarmierter Rettungswagen musste glücklicherweise nicht eingesetzt werden. Wieder einmal hat sich die eingebaute Standheizung im Gerätewagen Wasserrettung bewährt. Nachdem die nassen Klamotten ausgezogen waren, wurde dem Kollegen auch langsam wieder wärmer. Auch die Untersuchung durch die Notärztin ergab lediglich eine leichte Unterkühlung, die aber mit einer Tasse heißen Kaffees zu kurieren war.

Mit etwas Sorge wird jedoch der Umstand gesehen, dass lediglich ein einziger Notruf bei Polizei und Feuerwehr aufgelaufen ist, obwohl sich zu dieser Zeit – es war gegen 0:45 Uhr – mehrere Personen am Rheinufer aufhielten. So hätte das Verhalten „Ein anderer ruft schon an“ auch tragisch enden können.


Redaktion: Sebastian Stenzel
Fotos: Michael Ehresmann
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Veröffentlichung: 27. Dezember 2013 - 16:33 Uhr
Letzte Aktualisierung: 27. Dezember 2013 - 16:33 Uhr
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