MANV100 als unangekündigte Alarmübung im Hochtaunuskreis

MANV100 Alarmübung Hochtaunuskreis 10.11.17Großübungen sind wichtig um Abläufe und Besonderheiten von seltenen Großschadenslagen zu trainieren und die Konzepte zu optimieren. Eine Übung mit bis zu 100 Betroffenen und Verletzten stellt Einsatzkräfte dabei nochmal vor eine besondere Herausforderung. Das Ganze noch unangekündigt in der Nacht durchzuführen, erfordert besonders viel Mut und Offenheit.

So geschehen bei Usingen im Hochtaunuskreis Anfang November. Das Szenario: In der Taunusbahn kommt es zu einer Explosion mit Folgebrand. Etwa 50 Personen sind es letztlich, die unterschiedlich stark verletzt gerettet werden müssen. Nicht im Bahnhof, sondern an einem schwer zugänglichen Streckenabschnitt unterhalb eines Hangs. Unter den Verletzten auch ein Rollstuhlfahrer, Kinder und ein Hund.

MANV100 Alarmübung Hochtaunuskreis 10.11.17Mit einem Notruf bei der Leitstelle wird das Szenario gestartet. Die Kollegen hier wissen zumindest, dass es eine Übung ist, aber weder was, noch wo. Sie alarmieren nach “MANV 100”. Damit kommen auch Rettungskräfte aus anderen Kreisen Hessens in den Hochtaunuskreis gefahren. Diese Kräfte wurden zusätzlich zum Regelrettungsdienst in Dienst gestellt, um nicht, wie im Realfall, das alltägliche Geschäft zu belasten.

Doch besonders die nahe gelegenen Feuerwehr- und Rettungsdienstkräfte schrecken auf, als die Alarmmeldung sie unerwartet aus dem Schlaf reißt. Erst an der Einsatzstelle erkennen sie anhand der Übungsbeobachter, dass es sich zum Glück nur um eine Übung handelt. Doch sie müssen unvorbereitet ihr Wissen mit dem Personal abrufen, das in dieser Nacht zum Einsatz kommt. Es ist kalt, nass und rutschig. Außerdem haben Pyrotechniker der Feuerwehr Frankfurt ein Feuer neben dem Zug angesteckt, das die Szenerie noch realer wirken lässt.

MANV100 Alarmübung Hochtaunuskreis 10.11.17Die Erkundung sowie die Rettung aus dem Zug stellt alle Beteiligten vor große Herausforderungen. Zuerst muss der Höhenunterschied zum Zug überwunden werden. Hierzu kommen Leiterteile oder Rettungsplattformen zum Einsatz. Danach gilt es, die leicht Verletzten zu evakuieren, um sich um die Schwerstverletzten zu kümmern, die quer in den engen Zugabteilen liegen.

Selbst nachdem die Verletzten aus dem Zug gerettet sind, müssen sie noch den steilen, rutschigen Hang hochgezogen oder -begleitet werden. Dieser Einsatz fordert jede einzelne Einsatzkraft. Auch die Einsatzleitung muss dabei den Überblick über die Kräfte behalten, die sich auf mehreren Hundert Metern entlang der zwischenzeitlich gesperrten Bundesstraße nahe der Bahnlinie aneinanderreihen.

Für die Übungsbeobachter zeigen sich Fehler und Probleme, die im Nachhinein aufgearbeitet und verbessert werden. Beispielsweise in welcher Reihenfolge die Verletzten gerettet oder behandelt werden. Besonders durch möglichst reale und unvorbereitete Einsatzübungen können wertvolle Erkenntnisse und Erfahrungen für den Realfall gewonnen werden. Damit in einer hoffentlich nie eintretenden Großschadenslage möglichst wenig Probleme auftreten, führt der Hochtaunuskreis zusätzlich zu der Alarmübungen realistische Einsatzsimulationstrainings für die Führungskräfte und -funktionen durch.

Flickr Album Gallery Pro Powered By: Weblizar

Redaktion: Michael Ehresmann
Fotos: Dennis Altenhofen/Michael Ehresmann/Sebastian Stenzel
Video:

Veröffentlichung: 08. Dezember 2017 - 17:54 Uhr
Letzte Aktualisierung: 09. Dezember 2017 - 11:34 Uhr
Tags: