Lkw bleibt mit Mulde an Brücke hängen – Aufwändige Sicherungs- und Bergungsarbeiten

Ein außergewöhnlicher Unfall ereignete sich am Mittwochvormittag auf der B40 in Höhe der Deponie Wicker (Main-Taunus-Kreis). Ein Lkw mit Kippmulde befuhr die B40 in Richtung Hochheim und blieb in Höhe der Deponie mit seiner Mulde an einer Fußgängerbrücke, die über die B40 verläuft, hängen. Diese riss komplett vom Fahrgestell ab und verkeilte sich an der Brücke. Das Technische Hilfswerk war die gesamte Nacht mit den aufwändigen Sicherungsarbeiten an der Brücke und der Bergung der Mulde im Einsatz.

Lkw bleibt mit Kippmulde an Brücke hängen 12.06.19

Nach der Kollision eines Lkw mit einer Fußgängerbrücke im Bereich der B40 in Höhe des Deponieparks Wicker wurde die Feuerwehren Flörsheim und Wicker um 11:30 Uhr zunächst zur Aufnahme von auslaufenden Betriebsstoffen alarmiert. Offensichtlich war die Mulde des Lkw nicht vollständig abgesenkt und war deshalb mit der Brücke kollidiert. Vor Ort mussten die Feuerwehrkräfte feststellen, dass sich der Kipperaufbau des Lkw unter der Brücke verkeilt hatte und diese hierdurch aus ihrer Verankerung gerissen wurde. Der Fahrer des LKW war glücklicherweise nur leicht verletzt und wurde durch den nachgeforderten Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht. Laut einem Zeugen befand sich am heutigen Tag eine Schulklasse auf dem Gelände, die zu diesem Zeitpunkt über die Brücke laufen wollten, aber aufgrund des Wetters von Mitarbeiten der Deponie zum Zielort gefahren wurden. Die Kräfte der Feuerwehr sicherten die Einsatzstelle ab und nahmen ausgelaufene Betriebsstoffe auf.

Lkw bleibt mit Kippmulde an Brücke hängen 12.06.19

Die enorme Kraft die bei dem Aufprall herrschte, riss die tonnenschwere Brücke teilweise aus ihrer Verankerung. Gleichzeitig verkeilte sich die Mulde so, dass das Brückengerüst auf Spannung stand. Da ein Einsturz der Brücke bei der Bergung der Mulde nicht ausgeschlossen werden konnte, entschieden sich die Verantwortlichen vor Ort dafür, die Brücke zuerst gegen Einstürzen zu sichern um dann mit der aufwendigen Bergung zu beginnen. Dazu wurde am späten Nachmittag das Technische Hilfswerk (THW) zur Abstützung der Fußgängerbrücke alarmiert.

Lkw bleibt mit Kippmulde an Brücke hängen 12.06.19

Das THW Hofheim, Idstein und Friedberg rückte für diese Maßnahmen mit insgesamt über 30 Einsatzkräften und schwerem Rüstmaterial an die Einsatzstelle aus. Zuerst wurde der entstandene Spalt zwischen der Brücke und den Brückenpfeiler mit einer Holzkonstruktion unterbaut. Im Anschluss wurden vier spezielle Schwerlasttürme vor Ort installiert und mit einem Kran unter der Brücke in Stellung gebracht. Diese Türme sichern die Brücke gegen ein unkontrolliertes Einstürzen und werden bis zum vollständigen Abriss der Brücke unter dem Bauwerk stehen bleiben. Ungefähr zwölf Stunden nach dem Unglück waren die Sicherungsmaßnahmen am Bauwerk abgeschlossen und es konnte mit der Bergung der Mulde begonnen werden.

Lkw bleibt mit Kippmulde an Brücke hängen 12.06.19

Eine extern engagierte Fachfirma war mit zwei schweren Bergungskränen an der Einsatzstelle, ein 100-Tonnen-Kran hob das Bauwerk vorsichtig an, während ein weiterer Kran die Mulde an den Haken nahm, damit diese nicht unkontrolliert wegrutschte, ein Fahrzeug des THW zog die Mulde vorsichtig mit einer automatischen Zugeinrichtung unter der Brücke heraus. Die Mulde wurde anschließend auf einen Tieflader geladen und auf das Werkgelände der Deponie verbracht. Hier wurde sie am Donnerstag durch eine Spezialfirma zerlegt und abtransportiert. Nachdem der Kran die Brücke auf die installierten Schwerlasttürme gesetzt hatte, übernahm das THW letzte Sicherungsmaßnahmen am Bauwerk und die Feuerwehr Wicker rückte erneut an, um letzte Verunreinigung durch ausgelaufenes Hydrauliköl aufzunehmen.

Lkw bleibt mit Kippmulde an Brücke hängen 12.06.19

Die Mulde konnte gegen 02:30 Uhr, ungefähr 14 Stunden nach dem Unglück, ohne Zwischenfälle vom Bauwerk entfernt werden. Die Aufräumarbeiten und Rückbaumaßnahmen des Technischen Hilfswerk zogen sich noch bis in die Morgenstunden. Die B40 war in diesem Bereich während der gesamten Maßnahmen voll gesperrt. Über die Schadenshöhe können noch keine Aussagen getroffen werden. Durch die Abstützung im Bereich eines Fahrstreifens der B40 ist auch in den nächsten Tagen mit entsprechenden Verkehrsbehinderungen zu rechnen.

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Redaktion: Sebastian Stenzel
Fotos: Dennis Altenhofen / Jolan Griemsmann
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Veröffentlichung: 14. Juni 2019 - 12:19 Uhr
Letzte Aktualisierung: 14. Juni 2019 - 12:19 Uhr
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