Lehrgang zur Einsatzmedizin im Notfall an der Hochschule Fresenius

Idstein – Ein sonniger Oktobermorgen, der Marktplatz füllt sich allmählich, geschäftiges Treiben – plötzlich ist ein ohrenbetäubender Knall zu hören, Splitter fliegen durch die Luft und Rauchschwaden verhindern die Sicht. In Situationen wie diesen die Kontrolle zu behalten, fällt auch geschulten Sicherheits- und Rettungskräften schwer und ist deshalb Ziel des Lehrgangs 18F – Einsatzmedizin – Überlegen – Taktik der Carl Remigius Medical School, der am vergangenen Wochenende in Idstein stattfand. Die Carl Remigius Medical School ist Teil des Fachbereichs Gesundheit & Soziales an der Hochschule Fresenius.

„Meine Mittelmäßigkeit erkennen, nicht in geißelnder Selbstachtung, nicht in Bekennerhochmut- aber als eine Gefahr für die Integrität des Handelns, wenn ich sie aus den Auge lasse (Dag Hammarskjöld)“.

Der Lehrgang soll Menschen mit medizinischem Vorwissen auf den Einsatz in potenziellen Gefährdungslagen vorbereiten und diese zum Handeln befähigen. Angesprochen werden Personen aus Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr sowie Missions- und Einsatzhelfer. Der Lehrgang vermittelt Kenntnisse über die taktische Versorgung Verwundeter, die Führung unter Belastung, gezielte Maßnahmen der erweiterten Versorgung von Schwerstverwundeten, Notfallseelsorge sowie die praktische proaktive Deeskalation.

„In dreieinhalb Tagen bereiten wir die Teilnehmer mit Schulungen und interdisziplinären Lehrgesprächen darauf vor, in Ausnahmesituationen taktisch vorzugehen, ihr medizinisches Wissen abzurufen und unabhängig von der Situation im Team handlungsfähig zu bleiben und die Kontrolle zu behalten“, erklärt Philipp Merkt, Programmverantwortlicher des Lehrgangs an der Carl Remigius Medical School. Und das funktioniere am besten, wenn die Ausnahmesituation unter realen Bedingungen erprobt werde.

So waren neben den Teilnehmern und dem Lehrpersonal von Carl Remigius Medical School und Hochschule Fresenius auch Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Rettungsdienstes, Spezialkräfte der Polizei und der Bundeswehr an der Übung beteiligt. Professionelle Mimen verlangten den Teilnehmern dabei alles ab: „Wenn jemand scheinbar verletzt und völlig panisch und schreiend auf dich einwirkt, setzt dich das enorm unter Stress, auch wenn du weißt, dass es nicht echt ist“, so Michael Gösele, Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin.

Die Übungsszenarien stellen immer Extremsituationen dar, dieses Mal war es ein Sprengstoffanschlag mit Schusswechsel und anschließender Versorgung Verwundeter. „Die Szenarien wechseln sich dynamisch ab, dabei bringen wir die Teilnehmer bewusst an ihre Belastungs- und Fähigkeitsgrenzen“, so Peter Beuter von der Carl Remigius Medical School, „nur wer seine Grenzen kennt, kann dies nutzen, um sein Team zu führen und zu fordern .“

Um den Lernerfolg der Lehrgänge unter realen Bedingungen kontinuierlich zu verbessern, betreut Philipp Merkt einen seiner Studierenden, der im Rahmen des Lehrganges die prospektive Studie „Evaluation des Lehrgangs Einsatzmedizin 18F“ durchführt. Im Mittelpunkt stehen hier die Einschätzungen der Teilnehmer selbst.

Mehr zur Fortbildung erfahren: Fortbildung für Einsatzmedizin 18F

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