Kohlenmonoxid in Rüdesheimer Wohnung – Drei teils schwer Verletzte

CO-Unfall Rüdesheim 27.01.13Wieder einmal kam es durch das gefährliche Kohlenmonoxid (CO) zu mehreren Verletzungen in einer Wohnung. In der Nacht zu Montag wurden dabei in Rüdesheim drei Personen, darunter zwei Kinder, teilweise schwer verletzt. Nur durch getragene CO-Warnmelder der Rettungswagenbesatzung konnte die Gefahr erkannt werden.

Gegen 23 Uhr kam der Rettungswagen an seiner Einsatzstelle an, einem Wohnhaus in Rüdesheim. Die Meldung war nicht außergewöhnlich: bewusstloses Kind, Ursache unbekannt. Sensibilisiert durch die Ergebnisse der CO-Studie der Berufsfeuerwehr Wiesbaden trägt der Rettungsdienst im Rheingau-Taunus-Kreis die empfohlenen CO-Warnmelder.

CO-Unfall Rüdesheim 27.01.13Direkt bei Betreten der Wohnung lösten diese Warnmelder aus und zeigten einen gefährlich hohen Wert an. Die geschulten Rettungskräfte handelten sofort und brachten das kollabierte Kind, ein weiteres Kind und beide Eltern ins Freie. Auch Feuerwehr und weitere Rettungskräfte wurden alarmiert.

Der Notarzt stellte bei beiden Kindern und der Mutter in einem Schnelltest eine Kohlenmonoxid-Vergiftung fest. Alle drei kamen in eine Wiesbadener Klinik, wo die Möglichkeit zur Druckkammerbehandlung bestand. Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Rüdesheim und Eltville nahmen Messungen in der Wohnung vor.

Durch die umfangreiche Belüftung waren hier jedoch anfangs keine erhöhten Messwerte festzustellen. Da der Schornstein der Wohnung an ein Mehrparteienhaus angrenzt, kontrollierten die Einsatzkräfte dieses ebenfalls. Auch hier konnten zum Glück keine erhöhten Messwerte festgestellt werden.

Während der Maßnahmen standen mehrere Rettungswagen, Notärzte und Feuerwehrkräfte in Bereitschaft. Nachdem die Feuerwehrleute in der Waschmaschine und im Bett des kollabierten Kindes erhöhte CO-Werte messen konnten, bestand der Verdacht, dass das Kind das Kohlenmonoxid in seiner Kleidung verschleppt haben und die Quelle des Gases wo anders zu suchen sein könnte.

CO-Unfall Rüdesheim 27.01.13Doch die Nachforschungen der Polizei ergaben, dass das Kind sich den ganzen Tag daheim aufgehalten hatte. Schließlich kam für die Feuerwehr nur ein defekter Heizlüfter oder eine bereits erloschene Feuerstelle in der Wohnung in Betracht. An beiden Stellen waren jedoch keine Messungen mehr möglich, sodass die Polizei sicherheitshalber beide möglichen Quellen stilllegte und ein Befeuerungsverbot aussprach.

Gegen 1 Uhr war der Einsatz der Rettungskräfte beendet. Ohne die CO-Warnmelder wären sowohl Rettungskräfte als auch die weiteren Familienmitglieder der Gefahr unbemerkt ausgesetzt gewesen. Ausstattung und Schulungen ließen die Rettungskräfte jedoch schnell und richtig handeln.

Mehr zum Thema „Gefährdung durch Kohlenmonoxid im Einsatz“ ist auf unserer Sonderseite zu finden.

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