Katastrophenschutzübung: Amoklauf und Explosionen an US-Schule

Katastrophenschutzübung Hainerberg 28.09.13Über 300 Einsatzkräfte übten am Samstag in der Siedlung Hainerberg in Wiesbaden ein Horrorszenario. An einer US-Schule schießt ein Amokläufer um sich und zündet eine Bombe, die weitere Personen verletzt. Als die ersten Rettungskräfte eintreffen, detoniert eine zweite Bombe und verletzt auch die Rettungskräfte schwer.

Ziel der Übung war es, die bestehenden Konzepte für den Massenanfall an Verletzten (MANV), die Einsatzstrategie bei Bedrohungslagen und die Zusammenarbeit mit den amerikanischen Streitkräften zu üben. Der erste Teil der Übung gehört den Militäreinheiten, die die Schule stürmt und den Amokläufer stoppt.

Katastrophenschutzübung Hainerberg 28.09.13Doch vorher zündet der Attentäter einen Sprengsatz, der auch die Rettungskräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst auf den Plan ruft. Als das erste Löschfahrzeug und eine Rettungswagenbesatzung eintreffen, detoniert ein zweiter Sprengsatz und verletzt die Rettungskräfte schwer.

Damit war bewusst eine Besonderheit eingebaut. Verletzte Kameraden erhöhen den Stressfaktor und wurden so noch nie in eine Übung einbezogen. Nachfolgende Kräfte prüfen danach zuerst den Schulhof, auf dem es zur Explosion kam und die Schulhalle auf Kampfstoffe, bevor weitere Einsatzkräfte den Einsatzort betreten.

Am Haupteingang läuft derweil der Rettungseinsatz an. Verletzte werden aus der Schule gebracht, gesichtet und an entsprechenden Behandlungsplätzen versorgt. Parallel nimmt die Spurensicherung die Arbeit auf und ein Sprengstoffspürhund sucht nach weiteren Sprengsätzen.

Etwa 80 Verletzte müssen auf dem weitläufigen Schulgelände versorgt und zum Behandlungsplatz transportiert werden. Auch prüft der GABC-Zug der Freiwilligen Feuerwehr Stadtmitte die Explosionsorte auf weitere Gefahrstoffe. Koordiniert werden die Maßnahmen von einem Team, bestehend aus der Einsatzleitung Rettungsdienst (LNA und OLRD), dem Einsatzleitdienst und Direktionsdienst der Berufsfeuerwehr und dem Einsatzleiter der US-Feuerwehr.

Katastrophenschutzübung Hainerberg 28.09.13Im gesamten Übungsverlauf ist den Teilnehmern die Anspannung anzumerken. Das Szenario ist mit Patronenhülsen, Blut und realistisch geschminkten Verletzten realitätsnah dargestellt. Dass die Einsatzkräfte sehr sensibel mit der Lage umgehen, zeigt sich im weiteren Übungsverlauf.

Der Kamerakoffer eines Pressevertreters wird von einer Führungskraft als mögliche Bombe gesehen. Dadurch werden die Verletzten auf einem Spielplatz nicht, wie geplant, schonend, sondern mit allen verfügbaren Kräften sofort aus dem Gefahrenbereich gerettet. Nach der Überprüfung mit dem Sprengstoffspürhund entspannt sich auch hier die Lage.

Nach knapp zwei Stunden sind alle Verletzten vor der Schule auf den Behandlungsplätzen versammelt oder bereits auf dem Weg in das (simulierte) Krankenhaus. Für die Leichtverletzten und Einsatzkräfte stehen zudem eine Betreuungseinheit des Rettungsdienstes sowie ein Team aus Notfallseelsorgern bereit.

Für ein Fazit war es am Samstag noch zu früh. Zahlreiche Übungsbeobachter der Facheinheiten werden ihre Beobachtungen zusammentragen, sodass Fehler aufgedeckt und Verbesserungen angestrebt werden können.

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Redaktion: Michael Ehresmann
Fotos: Michael Ehresmann
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Veröffentlichung: 29. September 2013 - 20:54 Uhr
Letzte Aktualisierung: 29. September 2013 - 20:54 Uhr
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