Gefahrenabwehr mit Sozialen Medien: Hessische Feuerwehrleute unterstützen mit Social-Media-Monitoring bei G20-Gipfel

Falsche Notrufmeldungen, auch böswillige Alarmierung genannt, erschwerten auch hessischen Feuerwehrleuten am Wochenende ihre Arbeit in Hamburg. Die Einsatzkräfte überprüften Notrufe mit Hilfe eines Social-Media-Monitorings. Dabei ging es auch darum, die „virtuelle Lage“ zu beherrschen und Falschmeldungen entgegen zu steuern.

Dort war auch Rainer Heisterkamp, stellvertretender Leiter der Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Berufsfeuerwehr Frankfurt, im Einsatz. Er hat zusammen mit Kollegen aus Bremen, Bottrop, Düsseldorf, Frankfurt, Mühlheim an der Ruhr, München und Wiesbaden beim G20-Gipfel in Hamburg Notrufe mit Hilfe eines Social-Media-Monitorings überprüft.

Eine der drastischsten Falschmeldungen – ein Gebäudebrand, bei dem Personen in Gefahr seien – betraf das von Randalierern besetzte und deshalb schwer zu befahrende Schanzenviertel. „Daraufhin haben wir sofort die Einheiten entsandt, Kontakt mit der Polizei aufgenommen und gleichzeitig versucht, in den sozialen Medien Erkenntnisse über diesen möglichen Einsatz herauszufinden. Es hat sich sehr schnell herausgestellt, dass dies eine böswillige Meldung war, die nur dazu gedacht war, Einsatzkräfte zu binden und möglicherweise in einen Hinterhalt zu locken“, berichtet Heisterkamp im Interview mit dem Radiosender hr4.

Für den G20-Gipfel in Hamburg hatte man bereits Erkenntnisse aus den Einsätzen bei der Europäischen Zentralbank in Frankfurt genutzt und die Kräfte mehrerer Feuerwehren gebündelt. Dies ist vor allem bei der sogenannten virtuellen Lage wichtig. „Wir müssen die sozialen Medien im Auge haben, weil sie eine virtuelle Lage bescheren und Falschmeldungen in Sozialen Netzwerken zu Panik in der Bevölkerung führen können, und da müssen wir gegensteuern.“ Zur Gefahrenabwehr müsse man sich auch die Besonderheiten der Sozialen Netzwerke zu Nutze machen, um Erkenntnisse für zukünftige Einsatzlagen zu bekommen“, sagt der Berufsfeuerwehrmann.

Mittlerweile richte sich die Gewalt der Demonstranten auch gegen Kräfte von Rettungsdienst und Feuerwehr. „Die Helfer werden gezielt irgendwo hingelockt oder angegriffen. Das ist eine Dimension, die für mich bisher so nicht bekannt war und die mich ganz besonders betroffen macht.“

In unserem Seminar „Tue Gutes und rede darüber“ – Öffentlichkeits- und Medienarbeit bei Hilfsorganisationen behandeln wir unter Anderem genau dieses Thema: Wie kann ich die Sozialen Medien für die Öffentlichkeitsarbeit und Krisenkommunikation – gerade bei Großereignissen – nutzen und was sollte ich beachten? Noch sind ein paar Plätze frei! Jetzt anmelden!

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