Feuerwehren veranstalten Typisierungsaktion in Idstein

Inge will leben!Es war ein echter Schock, was sich da kurz vor Weihnachten – zuerst als Gerücht, schnell aber leider als Tatsache – seinen Weg durch die Reihen von Verwandtschaft, Bekanntschaft und Feuerwehr bahnte:

Inge – Ehefrau, Freundin, Kameradin und Mutter von sechs Kindern – ist an einer besonders schweren Form von Blutkrebs erkrankt.

Nachdem die ersten Therapieversuche kaum angeschlagen haben, gibt es nach einigen Wochen erste kleine Erfolge zu melden. Doch auch wenn der zweite Zyklus der Chemotherapie erstmals Wirkung zeigt, machen die Ärzte eines klar:

Ohne eine Stammzellenspende wird Inge ihre schwere Krankheit nicht überleben! 

Sofort machen sich die Ärzte auf die Suche nach einem geeigneten Spender. Schon bald werden sie dabei von der DKMS, der Deutschen Knochenmarkspenderdatei, unterstützt. Aber wie bei so vielen Leukämiepatienten war die Suche bisher nicht erfolgreich.

Doch Aufgeben ist keine Option! Unter der Schirmherrschaft von Landrat Burkhard Albers und Idsteins neu gewähltem Bürgermeister Christian Herfurth veranstalten die Freiwilligen Feuerwehren Idstein und Waldems-Esch nun eine groß angelegte Typisierungsaktion und hoffen so, doch noch einen passenden Spender für Inge zu finden. Diese findet statt am

Samstag, 18. Januar 2014,
11 bis 17 Uhr
im Feuerwehrstützpunkt Idstein
Wiesbadener Straße 84, 65510 Idstein.

Dabei gilt: Je mehr Spender sich registrieren lassen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, den lebensrettenden Spender zu finden.

Stammzellenspende und die DKMS

Weltweit sind unzählige Menschen an Leukämie erkrankt. Alleine in Deutschland erhält alle 16 Minuten ein Mensch die Diagnose Blutkrebs. Viele davon, wie auch Inge, sind zusätzlich zu Bestrahlungen und Chemotherapien auf eine Stammzellenspende angewiesen.

Eine Übertragung von Stammzellen ist dabei nur möglich, wenn bestimmte Gewebemerkmale zwischen Spender und Patienten übereinstimmen. Es gibt dabei mehr als 9.100 sogenannte HLA-Merkmale, die in Abermillionen Kombinationen auftreten können. Obwohl die DKMS als weltweit größter Dateienverbund mittlerweile über mehr als 3,9 Mio. registrierte Spender verfügt, ist es für viele Leukämieerkrankte nach wie vor schwierig, einen passenden Spender zu finden.

Wer kann Stammzellen spenden und wie läuft die Typisierung ab

Wichtigste Voraussetzung, für eine lebensrettende Spende in Frage zu kommen ist, dass Sie sich und Ihre Gewebemerkmale einmalig registrieren und typisieren lassen. Um sich bei der Typisierungsaktion in Idstein oder ähnlichen Veranstaltungen registrieren zu lassen, müssen Sie lediglich bei guter Gesundheit und zwischen 18 und 55 Jahre alt sein.

Um in die weltweite Datenbank der DKMS aufgenommen zu werden, sind lediglich fünf Milliliter Blut und eine entsprechende Einverständniserklärung notwendig. Zeigen Ihre Gewebemerkmale eine Übereinstimmung mit denen eines Patienten, folgen weitere Tests, die final klären, ob Sie als lebensrettender Spender geeignet sind (zum Vergleich: bei einer Blutspende werden 500 Milliliter Blut abgenommen). Die Blutabnahme wird in Idstein durch das Deutsche Rote Kreuz und den Arbeiter-Samariter-Bund des Rheingau-Taunus-Kreises übernommen und natürlich ist ein Arzt anwesend, der bei eventuellen Problemen jederzeit zur Stelle ist.

Die Typisierung und Registrierung eines Spenders kostet die DKMS etwa 50 Euro. Die gemeinnützige Organisation ist daher auf Geldspenden angewiesen. Spenden können Sie sowohl während der Typisierungsaktion im Feuerwehrstützpunkt als auch direkt per Überweisung an das

Spendenkonto 10 879 310
bei der VR Bank Untertaunus BLZ 510 917 00. 

Spendenquittungen werden auf Wunsch gerne ausgestellt.

Was passiert, wenn ich tatsächlich als passender Spender identifiziert werde?

Täglich spenden im Schnitt 15 der weltweit registrierten DKMS-Spender Stammzellen an einen Patienten. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Verfahren:

Bei der peripheren Stammzellenentnahme, die in vier von fünf Fällen zur Anwendung kommt, ist ein stationärer Krankenhausaufenthalt nicht notwendig. Über fünf Tage wird dem Spender ein körpereigener, hormonähnlich Stoff (Wachstumsfaktor G-CSF) verabreicht, der bewirkt, dass sich vermehrt Stammzellen im fließenden Blut befinden. Über ein spezielles Verfahren (Apherese) werden die Stammzellen dann aus dem Blut gesammelt. Während dieser Prozedur können grippeähnliche Symptome auftreten, Langzeitwirkungen sind jedoch nicht bekannt.

Die klassische Knochenmarkentnahme erfordert dagegen einen zwei- bis dreitägigen Krankenhausaufenthalt. Unter Vollnarkose wird dem Spender aus dem Beckenkamm Knochenmark entnommen, das sich anschließend innerhalb von nur zwei Wochen wieder vollständig regeneriert. Trotzdem kommt es nach der Entnahme in der Regel für ein paar Tage zu lokalen Wundschmerzen und es besteht das übliche Narkoserisiko.

Die dringende Bitte der Feuerwehren

Sofern Sie noch nicht typisiert wurden, lassen Sie sich am Samstag registrieren und unterstützen Sie entsprechend Ihrer Möglichkeiten die Typisierung durch eine Geldspende. Für Ihr leibliches Wohl sorgen dabei bestens die Freiwilligen Feuerwehren Esch und Idstein sowie die Landfrauen des Bezirkvereins Bad Schwalbach. Natürlich kommen alle Einnahmen ebenfalls der DKMS und damit der Aktion „Inge will leben“ zu Gute.

Jeder der sich als potenzieller Stammzellenspender in die DKMS aufnehmen lässt, ist eine weitere Chance für Inge und jeden anderen Erkrankten weltweit den Blutkrebs zu überleben.

Aktuelles zur Typisierungsaktion unter www.feuerwehr-idstein.de und www.dkms.de, wo Sie auch weiterführende Informationen zum Thema Blutkrebs und Stammzellenspende finden. Auf WIESBADEN365.de berichtet Jens Reinemer persönlich von seiner Knochenmarkspende.


Redaktion: Sebastian Stenzel
Fotos: Freiwillige Feuerwehr Idstein
Video:

Veröffentlichung: 14. Januar 2014 - 0:42 Uhr
Letzte Aktualisierung: 14. Januar 2014 - 0:42 Uhr
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