„Feuerwehr nur bedingt einsatzbereit“ – Drei neue Löschfahrzeuge nicht verkehrssicher

„Feuerwehr nur bedingt einsatzbereit“ titelt der Wiesbadener Kurier in seiner Freitagsausgabe auf der Titelseite. Weil es technische Probleme an drei Löschfahrzeugen gebe, die 2013 geliefert worden waren, müssen weiterhin die alten Fahrzeuge genutzt werden. „Sind diese in der Werkstatt, müssen die Freiwilligen Wehren mit Fahrzeugen aushelfen. Die fehlen dann vor Ort“, so der Wiesbadener Kurier weiter. Oberbürgermeister Sven Gerich sieht dagegen die Einsatzbereitschaft und -fähigkeit der Berufsfeuerwehr in keiner Weise gefährdet.

Neues Wiesbadener HLF

„Notstand“ herrscht laut dem Zeitungsbericht bei der Wiesbadener Feuerwehr. „Ein Problem bei der Beschaffung von Löschfahrzeugen sorgt für eine eingeschränkte Einsatzbereitschaft bei den Freiwilligen Feuerwehren und möglicherweise auch bei der Berufsfeuerwehr“, so Redakteur Manfred Knispel in seinem Artikel. Die drei Hilfeleistungslöschfahrzeuge (HLF), die im Jahr 2013 geliefert worden waren, sind noch immer nicht im Einsatzdienst, da sie nicht verkehrssicher sind. „Aufgefallen ist das Problem bei intensiven Testfahrten. Ab einem gewissen Tempo stellte sich ein „extrem unsicheres“ Gefühl ein, das Fahrzeug schaukle sich regelrecht auf“, berichtet der Wiesbadener Kurier. Bei einer Testfahrt sei es deswegen beinahe zum Unfall gekommen. Alle Testfahrten wurden daraufhin gestoppt.

Die drei je 410.000 Euro teuren Löschfahrzeuge sollten zwei elf Jahre alte und ein 13 Jahre altes HLF bei der Berufsfeuerwehr ersetzen. Bisher wurden an den neuen Fahrzeugen bereits die Reifen gewechselt, die Lenkung ausgetauscht und ein spezieller Stabilisator installiert, um die Probleme – die offenbar vom Fahrgestell der Firma MAN herrühren – zu beseitigen. „Mindestens zehnmal sei er bereits in Österreich gewesen“, erzählt Florian Erbacher, Abteilungsleiter Technik. Ende Februar wird sich Amtsleiter Harald Müller gemeinsam mit Florian Erbacher, dem Werkstattmeister, einem externen Gutachter sowie drei Fahrern und den drei HLF wieder einmal auf den Weg nach Österreich machen – zum Aufbauhersteller Walser in Rankweil im Vorarlberg. „Wenn beim Termin in Vorarlberg keine Lösung gefunden wird, sieht Müller schwarz“, so der Wiesbadener Kurier. „Eine gerichtliche Lösung würde mindestens drei Jahre dauern, vermutlich aber weit länger.“

Oberbürgermeister und Feuerwehrwehrdezernent Sven Gerich sieht die Einsatzbereitschaft und –fähigkeit der Wiesbadener Berufsfeuerwehr dadurch aber in keiner Weise gefährdet. „Die Wiesbadener Bürgerinnen und Bürger müssen sich keine Sorgen um ihre Sicherheit machen“, so Gerich in einer Pressemitteilung vom Freitag. Anderslautende Veröffentlichungen entbehren laut Oberbürgermeister Gerich jeder sachlichen Grundlage.

„Trotz der derzeit vorhandenen technischen Probleme an drei Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugen (HLF), die im Jahr 2010 bestellt und 2013 geliefert worden waren, sei die Feuerwehr selbstverständlich in der Lage, alle Einsätze wahrzunehmen“, so Gerich. „Derzeit gebe es genügend Alternativen – Ausleihen von Fahrzeugen aus Frankfurt, Ersatz seitens der Freiwilligen Feuerwehren – um den Ausfall der drei HLF zu kompensieren.“ Der Oberbürgermeister hofft, dass die österreichische Firma die technischen Probleme an den HLF endlich in den Griff bekommt und der Fuhrpark der Wiesbadener Feuerwehr bald wieder voll uneingeschränkt nutzbar ist.

Leidtragende seien derzeit vor allem die Freiwilligen Feuerwehren, so der Wiesbadener Kurier. „Die bekommen in der Regel die ausgemusterten, aber noch einsatzbereiten Fahrzeuge der Berufsfeuerwehr. Nun hingegen müssen sie selbst die Fahrzeuge als Ersatz zur Verfügung stellen, wenn die alten HLF der Berufsfeuerwehr mal wieder in der Werkstatt sind.“ „Das schwächt die Wehren in den Vororten“, so Müller gegenüber dem Wiesbadener Kurier. „Die Sicherstellung des Brandschutzes in Wiesbaden ist zu keiner Zeit gefährdet“, betont Harald Müller in der Pressemitteilung der Stadt. Außerdem weißt er darauf hin, dass bei Materialengpässen eine Nutzung von Fahrzeugen der Freiwilligen Feuerwehr durch die Berufsfeuerwehr seit Jahrzehnten gelebte Praxis sei.

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