CO2 strömt aus Tanklaster: Feuerwehr-Großeinsatz und weiße Straßen in Mainz

CO2-Austritt Walpodenstr. Mainz 22.12.15Ein Kohlendioxid-Austritt an einem Tanklastzug sorgte am Dienstagmittag für einen stundenlangen Großeinsatz der Feuerwehr. In der Mainzer Innenstadt kam es zu weitreichenden Sperrungen – auch der Weihnachtsmarkt musste geschlossen werden. Weißer Nebel verteilte sich in den Straßen.

Die Feuerwehr Mainz wurde um 12:45 Uhr in die Walpodenstraße alarmiert. An einem Tanklastzug mit rund 21 Tonnen tiefkalt verflüssigtem Kohlendioxid trat beim Entladen an der Goldhand-Sektkellerei Gas aus. Nachdem es zunächst vorübergehend gelungen war, den Stoffaustritt weitgehend zu stoppen, strömte kurz darauf schlagartig erneut Kohlendioxid (CO2) aus. An der Austrittsstelle kam es zu Vereisungen der Armaturen und zu einer starken Sichtbehinderung durch den Kohlendioxid-Nebel.

CO2-Austritt Walpodenstr. Mainz 22.12.15Da Kohlenstoffdioxid – umgangssprachlich Kohlensäure – zwar ungiftig sowie farb- und geruchslos, aber schwerer als Luft ist, sinkt es nach unten und verdrängt den Luftsauerstoff, deshalb kann es bei erhöhter Konzentration zu Bewusstlosigkeit führen. Ein Arbeiten an der Austrittsstelle war daher ausschließlich unter unabhängigem Atemschutz möglich. Der Fahrer des Tankzuges wurde durch tiefkalt ausströmendes Gas leicht verletzt und im Krankenhaus ambulant behandelt.

Messungen der Feuerwehr ergaben stark erhöhte CO2-Werte auf dem Schillerplatz. Daher wurde es erforderlich, den Schillerplatz mit samt des dortigen Weihnachtsmarktes so wie die Erdgeschosse der umliegenden Gebäude zu räumen. Die Anwohner wurden deswegen gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Kellerräume zu meiden. Alle Busse der MVG wurden umgeleitet. Die Straßenbahn aus Hechtsheim fuhr nur bis zum Gautor. Danach ging es per Schienenersatzverkehr weiter.

CO2-Austritt Walpodenstr. Mainz 22.12.15Um 15:20 Uhr gelang es schließlich, die Absperrarmaturen vollends zu schließen und den Produktaustritt zu stoppen. Nachdem sich das Kohlendioxid verflüchtigt hatte, konnte der Schillerplatz um 17:00 Uhr wieder freigegeben werden. Noch bis in den späten Abend war die Feuerwehr mit weiteren Kontrollmessungen in den Gebäuden sowie in tiefer gelegenen Bereichen, wie Tiefgaragen und Keller, beschäftigt.

Die Anzahl der Einsatzkräfte konnte schließlich gegen 20:30 Uhr stark reduziert werden. Lediglich in einem Objekt wurden danach noch Belüftungsmaßnahmen durch die Feuerwehr durchgeführt. In allen weiteren Gebäuden können mit den Mitteln der Feuerwehr keine gefährlichen Gaskonzentrationen mehr nachgewiesen werden.

Neben der Feuerwehr, die mit rund 60 Einsatzkräften im Einsatz war, waren die Polizei mit circa 20 Beamten sowie mehrere Hilfsorganisationen und die Abschnittsleitung Gesundheit mit 16 Einsatzkräften im Einsatz. Die Wachen der Berufsfeuerwehr wurden während des Einsatzverlaufes durch Freiwilligen Feuerwehren besetzt. Zur Ermittlung der Ursache für den Stoffaustritt wurde der Tankzug von der Polizei sichergestellt.

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Redaktion: Sebastian Stenzel
Fotos: Andreas Labonté / Feuerwehr Mainz
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Veröffentlichung: 23. Dezember 2015 - 10:35 Uhr
Letzte Aktualisierung: 23. Dezember 2015 - 10:47 Uhr
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