Brand eines ICE-Zuges in Tunnelanlage – so lautete der Übungsbefehl im Rheingau-Taunus // 500 Einsatzkräfte übten den Ernstfall

Eine gemeinsame Übung von Feuerwehr, Katastrophenschutz, Landespolizei, Bundespolizei, Deutscher Bahn, Technischem Hilfswerk, der Bundeswehr sowie weiterer Organisationen forderte am vergangenen Samstag ungefähr 500 Einsatzkräfte. Simuliert wurde ein Brand eines ICE-Zuges in einer Tunnelanlage zwischen Niedernhausen und Idstein im Rheingau-Taunus Kreis (Hessen).

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Aus logistischen Gründen kann eine solche detailgetreue Übung nur Nachts durchgeführt werden, da die beübte Fernverkehrstrecke der Deutschen Bahn tagsüber in einem sehr engen Takt befahren wird. Auch nachts ist die Zeit zwischen den Zügen nicht allzu lang, somit hat man sich ganz bewusst für die Nacht der Zeitumstellung entschieden um eine weitere Stunde für die komplexe Übung zu gewinnen.

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Gegen 22:00 Uhr begann die, von langer Hand geplante, Übung mit einer Übungsbesprechung in der zuständigen Feuerwehr Idstein.      Hier kamen Übungsleiter, Übungsbeobachter und Helfer zur Durchführung zusammen um sich vom Übungsverantwortlichen Kreisbrandmeister Reiner Oswald instruieren zu lassen. Es waren Vertreter von Politik, Nachbarlandkreisen, Feuerwehren, Katastrophenschutzeinheiten, Polizei, Deutscher Bahn, Bundeswehr, Notfallseelsorge und dem Technischen Hilfswerk vertreten.

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Auch der Landrat des Rheingau-Taunus Kreises Frank Kilian war während der kompletten Übung anwesend. Er sprach sowohl den Organisatoren als auch den zahlreichen Einsatzkräften seinen großen Dank aus.

Gegen Mitternacht wurde es dann ernst. Durch die Notfallleitstelle der Deutschen Bahn wurde der Leitstelle des Rheingau-Taunus Kreis telefonisch mitgeteilt, dass es im Tunnel zwischen Niedernhausen und Idstein zu einem Feuer im Bereich des Triebkopfes eine ICE-Zuges gekommen sei. Es seien ca. 50-60 Personen im Zug.

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Die Leitstelle im Rheingau-Taunus alarmierte anhand eines klar definierten Alarmplanes die zuständigen Einheiten des Rheingau-Taunus Kreis, aber auch Einheiten der Städte Frankfurt und Wiesbaden, sowie Einheiten der Nachbarkreise Limburg-Weilburg und des Main-Taunus Kreises.

Der Alarmplan definiert für jede Einheit einen speziellen Anfahrort, sodass die Einheiten zur Menschenrettung und zur Brandbekämpfung gleichmäßig verteilt über vier Zuwegungen in den Tunnel gelangen. Die örtlichen Feuerwehren sichern die Löschwasserversorgung und bereiten die benötigten Gerätschaften für die sogenannten A-Teams vor.

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A-Teams sind speziell ausgebildete Einsatzkräfte der Feuerwehren, die bis zu vier Stunden mit speziellen Atemschutzgeräten umluftunabhängig arbeiten können. Das Atemschutzgerät bereitet hierbei die verbrauchte Luft des Langzeitatmers wieder mit Sauerstoff auf, sodass ein Kreislauf entsteht.

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Zwei Langzeitatmer-Teams betraten den Tunnel über die beiden Einfahrten (Portale) im Norden und im Süden, sie machten sich mit speziellen Schienenwagen mit Material auf den Weg in den Tunnel, der Tunnel ist insgesamt circa 2800m lang, somit stand den schwerbepackten Einsatzkräften ein weiter weg bevor.

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Zwei weitere Langzeitatmer-Teams betraten den Tunnel über zwei Notausstiege, einer von beiden führt circa 30m unter die Erde, der andere circa 60m alles mit Betontreppen ausgebaut. Hier wurde weiteres Material in den Tunnel verbracht.

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Gegen drei Uhr, also knapp vier Stunden nach Beginn der Übung waren dann alle Personen über die Notausstiege gerettet und das Feuer erfolgreich gelöscht. Doch damit ist der Einsatz noch nicht beendet, es begann der schwerliche Rückbau, alle Einsatzkräfte, schon merklich erschöpft von der Übung, räumten nun ihre Gerätschaften und Materialien wieder aus dem Tunnel heraus in die Fahrzeuge und bereiteten das Material wieder so vor, dass es im direkten Anschluss wieder für einen Realeinsatz bereit wäre. Die Aufräumarbeiten waren nach einer guten Stunde beendet, sodass die Übung um kurz nach vier Uhr (Winterzeit) für beendet erklärt wurde.

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Sowohl die Einsatzkräfte als auch die Übungsleitung waren erschöpft, aber zufrieden mit dem Verlauf der Übung. Nun findet noch eine genaue Auswertung statt, die vielen Beobachter tragen ihre Ergebnisse zusammen und stellen fest was gut lief und wie man für die nächste Übung noch besser werden kann, denn einen Ernstfall will keiner, auch wenn man perfekt vorbereitet ist.

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Redaktion: Jolan Griemsmann
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Veröffentlichung: 08. November 2019 - 3:01 Uhr
Letzte Aktualisierung: 15. November 2019 - 14:27 Uhr
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