650 Kräfte kämpfen gegen Großbrand in Diez – Rauchsäule kilometerweit sichtbar

Am Mittwochabend kam es im Industriegebiet Diez zu einem verheerenden Brand. Bei einer Firma für Papierverarbeitung entstand im Außenbereich ein Feuer, dass sich schnell auf angrenzende Gebäude ausweiten konnte. Feuerwehren aus dem größeren Umkreis von Limburg sowie Kräfte aus Wiesbaden und dem Rheingau-Taunus-Kreis kamen zum Einsatz. Zwei Feuerwehrleute wurden leicht verletzt. Zwischenzeitlich waren über 650 Einsatzkräfte vor Ort. Die Löscharbeiten werden über mehrere Tage andauern.

03-06-2020 Diez Inferno Robin-0147

Die Feuerwehr Diez wurde gegen 20 Uhr zu einem Feuer in das Diezer Industriegebiet alarmiert. Zu Beginn brannte gestapelter Papiermüll im Außenbereich. Es stellte sich schnell heraus, dass das Feuer bereits auf Gebäude übergegriffen hatte. Es wurden sofort weitere Kräfte nachgefordert. Die Rauch- und Flammensäule war über mehrere Kilometer sichtbar. In den Flammen kam es zu diversen Explosionen. Aufgrund der starken Hitze mussten die Löscharbeiten teilweise unterbrochen werden. Die Wasserversorgung stellte sich als besonderes Hindernis dar. Wasser wurde aus der knapp drei Kilometer entfernten Lahn bis an die Einsatzstelle gepumpt. Zusätzlich wurde mit diversen Löschfahrzeugen ein Pendelverkehr zum Löschwassertransport eingerichtet. Dabei kamen auch Kräfte aus Bad Schwalbach  sowie das HyTrans-System der Berufsfeuerwehr Koblenz zum Einsatz.

Es rückten Feuerwehrkräfte aus den Kreisen Rhein-Lahn, Westerwald, Limburg-Weilburg, Neuwied sowie die Berufsfeuerwehren aus Koblenz und Wiesbaden an. Zwischenzeitlich waren über 650 ehrenamtliche Einsatzkräfte vor Ort.

Auf dem Gelände befand sich ein weiterer Betrieb, dessen Mitarbeiter anfangs versuchten das Feuer im Außenbereich mit Gartenschläuchen zu löschen und ihre Halle zu schützen. „Wir haben die Regale von der Wand geschoben und alles soweit wie möglich von den Flammen weggeschafft“, berichtete uns der Geschäftsführer. Nach ersten Angaben der Feuerwehr blieb diese Halle von den Flammen verschont. Weiter gab die Feuerwehr an, dass drei von vier Hallen der Papierverarbeitungsfirma gerettet werden konnten.
Anfangs kursierten Gerüchte, dass zwei benachbarte Supermärkte ebenfalls betroffen wären, dies wurde uns vom Pressesprecher der Feuerwehr aber nicht bestätigt.

Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurde das Gebiet um den Brand regelmäßig auf potenziell giftige Stoffe in der Luft kontrolliert. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand zu keiner Zeit, trotzdem wurden die Bewohner gebeten Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Klimaanlagen abzuschalten.

Zusätzlich zu den Feuerwehren kamen Einheiten des Technischen Hilfswerks sowie des Katastrophenschutzes zum Einsatz um die Einsatzkräfte zu versorgen. Auch lokale Unternehmen wie ein Getränkemarkt und eine Bäckerei unterstützen die Kräfte mit gespendeten Getränken und Speisen.

+++ Update 05.06.2020 Kreisverwaltung Rhein-Lahn-Kreis +++

Noch immer brennen ca. 1000 Quadratmeter auf dem Gelände. Es befinden sich weiterhin 170 ehrenamtliche Einsatzkräfte vor Ort im Einsatz. Durch eine Riegelstellung werden benachbarte Gebäude geschützt. Mit Baggern wird das brennende Material auseinander gezogen um es abzulöschen. Eine gefährdete Dachkonstruktion konnte gesichert werden.

 

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Redaktion: Robin von Gilgenheimb
Fotos: Roman Clemo, Robin von Gilgenheimb
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Veröffentlichung: 06. Juni 2020 - 11:54 Uhr
Letzte Aktualisierung: 06. Juni 2020 - 11:54 Uhr
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