20-Jähriger in Lebensgefahr – Messerattacke am Schlachthof

Messerattacke Schlachthof 25.06.11In der Nacht zum Samstag kam es am Wiesbadener Schlachthof zu einer Gewalttat, bei der ein 20 Jahre junger Mann schwere Stichverletzungen erlitt. Laut Polizei war es gegen ein Uhr zu einer Schlägerei zwischen zwei Personengruppen gekommen, in deren Verlauf der Mann mit einem Messer attackiert wurde. Ein Hauptverdächtiger konnte bereits gefasst werden.

Nach der Gewalttat flüchteten die Tatverdächtigen. Auf dieser Flucht kam es zu weiteren erheblichen Körperverletzungen. Messerattacke Schlachthof 25.06.11Der 20-Jährige wurde vor Ort im Rettungswagen vom Notarzt behandelt und mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Für die Suche nach Spuren und der Tatwaffe leuchteten erst die Feuerwehr und anschließend die Beleuchtungsgruppe des THW das Schlachthofgelände umfangreich aus. Die Polizei konnte derweil einen 26 Jahre alten Wiesbadener als Hauptverdächtigen festnehmen und dem Haftrichter vorführen. Die genauen Hintergründe der Auseinandersetzung sind noch unklar.

Sicherheitskonzept für Schlachthof und Kulturpark

Auf dem Kulturpark rund um den Schlachthof war es in Vergangenheit immer wieder zu Gewalttaten gekommen. „Reibereien, Prügeleien, Kriminalität: Sie sind – in unmittelbarer Nachbarschaft des Kulturzentrums – keine Seltenheit“ beschrieb der Wiesbadener Kurier im November letzten Jahres die Situation. Gruppendynamische Prozesse und exzessiver Alkoholkonsum haben laut Stadt Wiesbaden dazu geführt, Messerattacke Schlachthof 25.06.11dass sich die Sicherheitslage im und am Kulturpark deutlich verschärft hat. Besondere Problemfelder seien dabei Alkoholmissbrauch, Gewalt, aber auch Gleisüberschreitungen sowie Vandalismus und Müll.

Um die Situation in den Griff zu bekommen, beschloss am Mittwoch eine Projektgruppe rund um Ordnungsdezernentin Birgit Zeimetz ein Sicherheitskonzept für das Schlachthofgelände und den Kulturpark. „Ziel der Sicherheitskonzeption ist es, einen sicheren und attraktiven Treffpunkt für die Jugend zu erhalten. Die Besucher sollen sensibilisiert, begleitet und beschützt werden und dabei soll die Identifikation mit ‚ihrem’ Kulturpark gestärkt werden“, betont Birgit Zeimetz. Das hier dringender Handlungsbedarf besteht, zeigt die jüngste Gewalttat unmissverständlich.

[Update 26. Juni] 20-jähriger außer Lebensgefahr

Wie die Polizei am Sonntagabend mitteilte, ist der 20-jährige nach ärztlichen Informationen außer Lebensgefahr. Gegen den 26-jährigen Täter, der noch am Abend verhaftet werden konnte, wurde mittlerweile Haftbefehl erlassen – er geht in U-Haft. Was sich in der Nacht zum Samstag genau abgespielt hat, ist beim derzeitigen Stand der Ermittlungen noch nicht abschließend geklärt, so die Polizei weiter.

Tatsache ist, dass sich gegen 01.00 Uhr am Samstagmorgen ein Streit zwischen zwei Personen entwickelte, der schließlich eskalierte und an dem sich weitere Personen beteiligten. Im Verlauf der Auseinandersetzung setzte der später festgenommene 26-Jährige ein Messer ein, mit dem er dem 20-Jährigen mehrfach in den Oberkörper stach. Die Tatwaffe konnte von der Polizei sichergestellt werden. Nach seiner Festnahme räumte der 26-Jährige ein, das Messer eingesetzt zu haben, um den Angriff auf seinen Kumpel zu beenden, der ebenfalls an der Auseinandersetzung beteiligt war. Neben dem 26-Jährigen wurden weitere Personen festgenommen, deren Beitrag an der Auseinandersetzung nicht genau feststand. Da alle Festgenommenen erkennbar alkoholisiert waren, wurden Blutentnahmen durchgeführt.

Welche Rollen die einzelnen Personen im Verlauf der Tat gespielt haben, konnte bei den durchgeführten Vernehmungen nicht geklärt werden, da die Aussagen teilweise nicht schlüssig oder unvollständig waren. Daher bittet das Fachkommissariat K11 um Hinweise von Personen, die Aussagen zum Ablauf der Tat oder zu wesentlichen Tatbeiträgen der Beteiligten machen können. Von besonderer Bedeutung könnten dabei Aussagen von Autofahrern auf der Mainzer Straße sein, die dort zur Tatzeit, gegen 01.00 Uhr, auffällige Personengruppen beobachtet haben. Diese Zeugen sollen sich bitte unter der Telefonnummer (0611) 345-0 mit der Wiesbadener Polizei in Verbindung setzten.

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