Zimmerbrand in Psychiatrie – Feuerwehrmann nach Kollaps erfolgreich reanimiert

Einen tragischen Einsatzverlauf nahm am Mittwoch ein Zimmerbrand in den Vitos Kliniken auf dem Eichberg. Ein Feuerwehrmann kollabierte und musste reanimiert werden, ein weiterer Feuerwehrmann wurde durch den Sturz umgerissen und ebenfalls verletzt. Zehn weitere Personen mussten ebenfalls vom Rettungsdienst behandelt und teilweise in Krankenhäuser eingeliefert werden.

Gegen 17 Uhr lief eine Meldung ein, die fast jede Feuerwehrkraft kennt. „Brandmelderalarm“ lautete die Durchsage. Die automatische Brandmeldeanlage der Vitos Kliniken auf dem Eichberg bei Eltville hatte Alarm geschlagen. In den allermeisten Fällen stellt sich ein solcher Alarm als Fehlalarm heraus – durch Staub, Stromausfälle oder Ähnliches verursacht. Doch diesmal nicht.

Bei Ankunft der ersten Kräfte der Feuerwehr Erbach drang bereits dichter Qualm aus einem Gebäude. Das Pflegepersonal informierte die Einsatzkräfte darüber, dass bereits alle Personen das Gebäude verlassen haben. Wie üblich wurde der Löschangriff vorbereitet, als weitere Kräfte der Feuerwehr Eltville eintrafen.

In dieser Phase kollabierte eine Führungskraft, die ohne Atemschutz außerhalb des verrauchten Bereichs gearbeitet hat, vor den Augen des Einsatzleiters. Dabei wurde dieser ebenfalls zu Fall gebracht. Der kollabierte Kamerad wurde sofort von weiteren Feuerwehrkräften und Pflegepersonal der Klinik reanimiert. Der Einsatzleiter verletzte sich beim Sturz leicht am Fuß und kam nach dem Einsatz zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus.

Im Rettungswagen zeigten die Reanimationsversuche Erfolg und der Herzschlag des Feuerwehrmanns setzte wieder ein. Wie wir erfahren konnten, war er am Abend schon wieder bei Bewusstsein und konnte eigenständig atmen. Zur weiteren Beobachtung wird er jedoch noch einige Tage im Krankenhaus bleiben müssen.

Die Einsatzkräfte vor Ort löschten den Brand mit zwei Atemschutztrupps und einem C-Rohr. Das Zimmer brannte vollständig aus. Zwei weitere Atemschutztrupps dursuchten das weitere Stockwerk zur Sicherheit.

Neben den zwei Feuerwehrleuten waren zehn weitere Personen durch den Brandrauch betroffen und vom Rettungsdienst vor Ort untersucht worden. Einige von ihnen kamen anschließend zur Behandlung in die Druckkammer Wiesbaden.

Nach etwa 30 Minuten war der Brand gelöscht. Durch den bestätigten Brand im Krankenhaus waren alle Eltviller Feuerwehren sowie ein Betreuungszug mit Leitenden Notarzt und Organisatorischen Leiter Rettungsdienst im Einsatz.

Der Sachschaden wurde vor Ort auf 100.000 Euro geschätzt. Die Bewohner des betroffenen Gebäudes kamen in anderen Bereichen der Klinik unter. Die Brandursache ist noch unklar. Es kann derzeit jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass die Bewohnerin verbotener Weise im Zimmer geraucht hat und unter Alkoholeinfluss stand.

Bei diesem Einsatz zeigte sich deutlich, wie wichtig die erweiterte Erste-Hilfe-Ausbildung sowie Rettungsdienstpersonal mit entsprechender Ausrüstung bei der Feuerwehr sind. Direkt nach dem Kollaps waren Feuerwehrsanitäter mit Rettungsrucksack und AED (Automatisierter externer Defibrillator) zur Stelle und konnten den Feuerwehrmann retten. Auch zeigte sich wieder, dass jeder Brandmelderalarm ernst zu nehmen ist.

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Redaktion: Michael Ehresmann
Fotos: Wiesbaden112
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Veröffentlichung: 04. Juli 2012 - 10:22 Uhr
Letzte Aktualisierung: 04. Juli 2012 - 10:22 Uhr
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