Tribüneneinsturz im Fussballstadion – Feuerwehr und Rettungsdienst proben neues MANV-Konzept

(thg) Am Samstag- vormittag wurde das Gelände der Brita-Arena in der Berliner Straße, zum Schauplatz einer Großübung der Feuerwehren Wiesbadens sowie des Wiesbadener Rettungs- dienstes, die unter dem Motto „Der Ball ist rund“ stand und komplett in Echtzeit ablief.

Geübt wurde das neue MANV-Konzept (Massenanfall von Verletzten) anhand eines bisher noch nie angenommenen Szenarios. Knapp 50 Verletzte mussten teilweise mit hohem technischen Aufwand von den Feuerwehreinheiten befreit und rettungsdienstlich versorgt werden.

Die Vorbereitungen an diesem Tag fingen bereits um 7:00 Uhr an, denn es mussten insgesamt 40 Verletztendarsteller mit unterschiedlichsten Verletzungsmustern geschminkt werden. Für das „korrekte“ Aussehen der Wunden sorgte das RUD-Team (Realistische Unfall-Darstellung) der Johanniter Unfallhilfe. Mit mehreren Kameraden und viel Schminkutensilien wurden alle Betroffenen teilweise erschreckend echt vorbereitet. Hierbei wurden so ziemlich alle Verletzungen in die Übung eingebaut, die man in so einem Katastrophenfall zu erwarten hat. Schädel-Hirn-Trauma, Pfählung, Knochenbrüche, Prellungen, Verbrennungen und Schürfwunden sind nur einige der zahlreichen Verletzungen.

Als um kurz nach 10 Uhr die Übung offiziell gestartet wurde und die ersten Rettungs- fahrzeuge aus dem Bereitstellungsraum im Moltkering am Einsatzort eintrafen, wurden diese vom Hausmeister der Brita-Arena empfangen und eingewiesen. Die Einsatzkräfte erwartete einen Teileinsturz der Süd-Tribüne mit mehreren unter der Stahlkonstruktion eingeklemmten Personen, deren Hilferufe schon von Weitem zu hören waren. Nach erster Lageerkundung wird schnell klar, dass hier ein Großaufgebot an Rettungskräften von Feuerwehr und Rettungsdienst benötigt wird.

Nach und nach treffen immer mehr Fahrzeuge der Berufsfeuerwehr, drei freiwilligen Feuerwehren, unzählige Rettungswagen von DRK, ASB, Johanniter, Malteser und Ambulanz Wiesbaden, sowie Einheiten der SEG (Schnelleinsatzgruppe) aus Wiesbaden und dem Rheingau-Taunus-Kreis ein. LNA und OLRD werden bei solch einem Aufgebot an Rettungsmitteln natürlich ebenfalls vor Ort benötigt und fahren die Einsatzstelle an.

Es werden Verletzten- sammelstellen und ein Fahrzeughalteplatz eingerichtet um die Übersicht nicht zu verlieren. Feuerwehrmänner nehmen hydraulisches Gerät vor, um an die Verletzten unter der Tribüne zu kommen. Zahllose Einsatzkräfte eilen über den Vorplatz der Arena und arbeiten konzentriert und schnell an der Versorgung der geretteten Personen. Schwerstverletze werden mittels Hubschrauber abtransportiert, die jedoch nur fiktiv neben dem Stadion landen. Leider musste der Hubschrauber aus Mainz, Christoph 77, kurzfristig absagen, sonst hätte man hier noch etwas mehr Realität mit in den Ablauf gebracht.

Insgesamt nahmen an der Übung rund 170 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst teil. Es waren 16 RTW, 4 NEF und 4 (angenommene) Hubschrauber sowie Einheiten von drei freiwilligen Feuerwehren (Delkenheim, Kostheim und Schierstein) eingebunden. Nach gut zweieinhalb Stunden waren alle Verletzten gerettet und ärztlich versorgt worden, so dass man das Übungsende mitteilen konnte.

Gesamtübungsleiter Frank Boerger, der zusammen mit Norbert Hagner diese Übung vorbereitete, fasst nach dem Ende der Übung eine erste Bilanz: „Das Übungsziel wurde zu 100 Prozent erreicht. Die Übung war da, um das neue MANV-Konzept zu proben und um festzustellen an welchen Punkten es noch harkt. Das ist uns gelungen. Die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst war sehr gut.“ Außerdem lobte Boerger die Zusammenarbeit mit dem Betreiber der Brita-Arena, die sehr gut und problemlos ablief. Der Abschluss der Veranstaltung fand auf der Feuerwache 2 statt. Hier gab es ein Mittagessen für alle Beteiligten.


Redaktion: Thorsten Grüner
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Veröffentlichung: 21. Juni 2009 - 21:14 Uhr
Letzte Aktualisierung: 21. Juni 2009 - 21:14 Uhr
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