Tief Egon bringt Sturm, Schnee und Arbeit für die Feuerwehren

Während das Tief Egon mit Schnee und Sturm vor allem im Rheingau-Taunus, Limburg-Weilburg und Hochtaunus sowie Teilen des Main-Taunus für Chaos sorgte, kam Wiesbaden glimpflich davon. Die Feuerwehren hatten aber allerorts mit umgeknickten Bäumen, herunterfallenden Teilen und umgestürzten Bauzäunen zu tun.

Etwas ungemütlich war die Nacht für die Einsatzkräfte der Feuerwehr Wiesbaden. Ab etwa 02:00 Uhr traf das Tief „Egon“ mit Windböen in Orkanstärke auf das Stadtgebiet Wiesbaden. Bis 04:00 Uhr waren etwa 15 sturmbedingte Einsätze abzuarbeiten. Im Bereich Biebrich und Dotzheim stürzten mehrere Bäume auf Straßen oder Gehwege und beschädigten dabei auch abgestellte Fahrzeuge. Am Kureck sowie in Kostheim wurden Bauzäune umgeworfen.

Währenddessen brannten in Kastel brannten im Bereich Wiesbadener Straße und Eleonorenstraße mehrere Müllbehälter und Gebüsche, dier aber schnell gelöscht werden konnten. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Durch die Einsatzkräfte von Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr mussten mehrere Bäume mit Motorsägen zerteilt und von der Straße geräumt werden. Die Bauzäune wurden aufgestellt und gesichert. Im Einsatz waren Einsatzkräfte der drei Wachen der Berufsfeuerwehr sowie die Freiwilligen Feuerwehren Biebrich, Kastel und Stadtmitte.

Verkehrschaos durch starken Schneefall und Sturm

Aufgrund der starken Schneefälle und Sturmböen kam es nach Angaben der Polizei vor allem in den Kreisen Rheingau-Taunus, Limburg-Weilburg und Hochtaunus sowie in den Höhenlagen des Main-Taunus-Kreises zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Darüber hinaus haben sich zahlreiche Unfälle ereignet, bei denen teilweise auch Menschen zu Schaden kamen.

So kam beispielsweise um kurz vor 06:00 Uhr auf der K727 zwischen Eschbach und der B456 ein Fahrzeug von der Fahrbahn ab und stürzte auf die Seite. Eine Person wurde dabei verletzt und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Auf der L3018 zwischen Hofheim und Langenhain rutschte gegen 06:50 Uhr ein Linienbus von der Fahrbahn in den Straßengraben. Da sich in dem Bus keine Fahrgäste befanden, erlitt nur der Busfahrer leichte Verletzungen.

Vor allem auf den Gefälle- und Steigungsstrecken kam es im Berufsverkehr zu erheblichen Verkehrsbehinderungen, da sich Fahrzeuge – darunter auch Busse und Lkw – festgefahren haben und dadurch den fließenden Verkehr behindern. Darüber hinaus gibt es Behinderungen durch abgebrochen Äste und umgestürzte Bäume. Besonders betroffen waren vor allem die B54 im Bereich von Taunusstein, die B260 zwischen Wambach und Bad Schwalbach und die B456 vom Weilburger Kreuz bis zur B49. Teilweise geht auf den betroffenen Strecken gar nichts mehr, da sich dort auch Unfälle ereignet haben.

Problematisch war die Situation auch für die Fahrzeuge des Winterdienstes. Diese waren und sind zwar im Einsatz, kommen aber teilweise im Berufsverkehr hinter stehenden Fahrzeugen einfach nicht mehr weiter und fehlen daher an anderen Stellen. Die gesamte Verkehrssituation ändert sich aufgrund der anhaltenden Schneefälle ständig, so die Polizei.

Auch im Kreis Groß-Gerau führte das Unwetter zu Einsätzen der Feuerwehren im gesamten Kreis. Seit kurz nach 02:00 Uhr würden Einsätze gemeldet, hieß es auf Nachfrage des Wiesbadener Kurier aus der Leitstelle Groß-Gerau. Es gebe aber keinen örtlichen Schwerpunkt. Bis 07:00 Uhr waren bereits 16 Einsätze registriert. Es handele sich nur um Sachschäden, wie abgedeckte Dächer oder Äste auf der Fahrbahn. Personen seien bisher nicht zu Schaden gekommen.

40 Einsätze für Feuerwehr Mainz

In der Feuerwehrleitstelle Mainz, die auch für die Alarmierung der Landkreise Mainz-Bingen und Alzey-Worms zuständig ist,  gingen auf Grund der Unwetterlage mit Sturmböen in der Zeit von 01:30 Uhr bis gegen 10:00 Uhr etwa 300 Notrufe ein. Für das Stadtgebiet Mainz ergaben sich daraus insgesamt  rund 40 Einsätze. Einen speziellen Einsatzschwerpunkt gab es nicht, die Einsätze verteilten sich nach Angaben der Feuerwehr über das gesamte Stadtgebiet. Vorrangig musste die Feuerwehr Mainz zu Einsätzen mit umgeknickten Bäumen, abgebrochenen Ästen, herunterfallenden Teilen und umgestürzten Bauzäunen und ähnlichen ausrücken.

Zur Abarbeitung der Einsätze waren neben den circa 30 Beamten der Berufsfeuerwehr auch die Freiwilligen Feuerwehren Ebersheim, Bretzenheim, Hechtsheim, Laubenheim, Gonsenheim, Finthen, Drais und Stadt mit insgesamt etwa 75 Feuerwehrfrauen und -männern im Einsatz. Im Verlauf des Vormittags flaute der Sturm merklich ab. Gegen 10:00 Uhr  waren die meisten Einsätze abgearbeitet, vereinzelt könnten aber noch weitere kleiner Einsätze aufgrund der Auswirkungen des Unwetters hinzukommen, so die Feuerwehr.


Redaktion: admin
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Veröffentlichung: 13. Januar 2017 - 12:12 Uhr
Letzte Aktualisierung: 13. Januar 2017 - 12:12 Uhr
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