Sprinkleranlage verursacht Fettexplosion und Wasserschaden

Küchenbrand/Wasserschaden Aukamm 02.09.08(me) Eine Sprinkleranlage soll im Brandfall automatisch eingreifen und den Schaden gering halten. In der US-Siedlung Aukamm ist diese Grundidee am Dienstagabend eher unglücklich geendet. Ausgelöst durch Rauch sorgte sie für eine Fettexplosion und einen anschließenden massiven Wasserschaden. Glück im Unglück – oder doch umgekehrt?

Kurz vor 19 Uhr im 2. Obergeschoss bei der amerikanischen Familie: Ein Geburtstag soll gefeiert werden und entsprechend steht auch schon das Essen auf dem Herd. Vielleicht abgelenkt durch die Kinder verliert das Fett in der Pfanne an Aufmerksamkeit und erhitzt sich. Die Folge: Eine leichte Rauchentwicklung und bereits starke Hitze über dem Herd.
Küchenbrand/Wasserschaden Aukamm 02.09.08Die Sprinkleranlage, die in dieser Siedlung überall installiert ist, springt auf Rauch und Wärme an und beginnt mit Wasser zu sprühen – rund 100 Liter pro Minute. Das Wasser trifft zwangsläufig auf das kochende Fett und es kommt unweigerlich zur Fettexplosion. Sofort steht ein Teil der Kücheneinrichtung in Flammen. Menschen sind zum Glück nicht in unmittelbarer Nähe und können das Gebäude sofort verlassen.

Zu diesem Zeitpunkt wird auch die Feuerwehr alarmiert, die zu einem Küchenbrand ausrückt. Als der Löschzug der Berufsfeuerwehr eintrifft ist das Feuer jedoch schon von der Sprinkleranlage gelöscht – die FF-Bierstadt verblieb also im Gerätehaus. Was sich jetzt erst herausstellt: Zwischenzeitlich lief die automatische Löschanlage mit voller Leistung. Über 2000 Liter wurden in die Wohnung gepumpt und stehen nun knöchelhoch in allen Räumen. Auch in den darunter liegenden Stockwerken fließt das Wasser aus alle Leitungen und Öffnungen.

Zusammen mit der US-Feuerwehr wurde die Sprinkleranlage abgeschaltet und der Einsatz lief von diesem Zeitpunkt an als Wasserschaden. Durch das Ausmaß wurde das zKüchenbrand/Wasserschaden Aukamm 02.09.08um Küchenbrand abbestellte Ergänzungs-LF wieder mit Sondersignal zur Einsatzstelle beordert. Mit Tauchpumpen, Wasserschiebern und I-Saugern wurde so viel Wasser wie möglich aus den Wohnungen geschafft. Doch der Schaden ist erheblich: Teppische, Holzböden, Decken, Stromleitung – im kompletten Gebäude durch Wasser stark beschädigt. In weiweit die Wohnungen noch bewohnbar sind, stand zum Einsatzende noch nicht endgültig fest. Tatsache ist jedoch, dass das komplette Gebäude renovierungsbedürftig ist.

Hier zeigte sich, dass eine automatische Löschanlage zwar umgehend und frühzeitig ein Feuer löschen, aber auch den Schaden vergrößern kann. Natürlich hätte es auch durch weitere Unaufmerksamkeit und menschliche Fehler zur Fettexplosion mit weitaus schlimmeren Ausmaßen kommen können – in diesem Fall war es allerdings unglücklicherweise die Sprinkleranlage.




Redaktion: Michael Ehresmann
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Veröffentlichung: 02. September 2008 - 10:22 Uhr
Letzte Aktualisierung: 02. September 2008 - 10:22 Uhr
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