Niedernhausen: Silvesterrakete setzt Wohnung eines Hochhauses in Brand

Wohnungsbrand Hochhaus Niedernhausen 01.01.13

Zu einem verheerenden Brand kam es am Neujahrsmorgen in Niedernhausen. Eine Wohnung im 7. Obergeschoss eines Hochhauses brannte komplett aus. Wegen Einsturzgefahr mussten 18 Wohnungen geräumt werden. Zwei Anwohner und zwei Feuerwehrleute wurden verletzt. Es entstand ein Sachschaden von mindestens 100.000 Euro.

In den frühen Morgenstunden wurde die Feuerwehr Niedernhausen in den Lenzhahner Weg alarmiert. Vermutlich hatte eine Silvesterrakete auf dem Balkon einer Wohnung im 7. Obergeschoss eines Hochhauses diverse Gegenstände in Brand gesetzt. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand bereits die gesamte Wohnung im Vollbrand und dicker schwarzer Rauch drang aus den Türschlitzen der Wohnungstür.

Zwei Feuerwehrmänner verletzten sich bei einem Flash-Over leicht und mussten vom Rettungsdienst betreut werden. Insgesamt wurden zehn Einsatzkräfte unter Atemschutz und zwei C-Rohre eingesetzt, um den Brand zu löschen. Wohnungsbrand Hochhaus Niedernhausen 01.01.13Vier weitere Atemschutzgeräteträger standen derweil als Sicherungstrupp in Bereitstellung. Problematisch war vor allem, dass sämtliche Gerätschaften über das Treppenhaus bis in den 7. Stock gebracht werden mussten.

Da sich in den Nachbarwohnungen starke Risse in Wand und Decke zeigten, wurde ein Statiker hinzugezogen. Sicherheitshalber wurde entschieden, den betroffenen Wohnturm des Hochhauses komplett zu räumen und die Bewohner aller acht Stockwerke zu evakuieren. Die Betroffenen wurden in der Autalhalle untergebracht, teilweise auch von Privatpersonen aufgenommen. Für die Evakuierung wurden auch der Betreuungszug des ASB Niedernhausen und der Organisatorische Leiter Rettungsdienst des Rheingau-Taunus-Kreises alarmiert.  Den Sachschaden schätzt die Polizei auf rund 100.000 Euro. Zwei Anwohner wurden mit Brandwunden und Rauchgasvergiftung leicht verletzt.

Wohnungsbrand Hochhaus Niedernhausen 01.01.13Brandursachenermittler des Polizeipräsidiums Westhessen haben am Dienstag mit der Untersuchung des Falles begonnen. Ersten Befragungen zufolge hielt sich zum Jahreswechsel eine Gruppe von rund 30 Personen in der Nähe des Eingangsbereichs des Mehrfamilienhauses auf einem Wiesenstück auf und feuerte von dort Feuerwerkskörper aller Art ab, darunter auch Raketen. Zwei Zeugen teilten der Polizei mit, dass sie gesehen hätten, wie eine Rakete aus dieser Gruppe in den Balkon im 7. Stock des Hauses einschlug.

Vor allem Zeugen aus der Personengruppe vor dem Haus, die die Flugbahn der Rakete und die Person, die den Feuerwerkskörper abgefeuert hat, beobachtet haben, werden gebeten, sich mit der Kriminalpolizei in Wiesbaden unter der Rufnummer (0611) 345-0 in Verbindung zu setzen. Darüber hinaus werden Personen gesucht, die den Brandverlauf gefilmt haben und das Filmmaterial der Polizei zur Verfügung stellen würden.

Zahlreiche Einsätze mussten Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei in der Silvesternacht auch in Wiesbaden bewältigen. Neben vielen Kleinbränden kam es in Dotzheim zu einem Wohnungsbrand, bei dem ein Schaden von rund 50.000 Euro entstand und acht Personen leicht verletzt wurden. In Rüsselsheim erlitten elf Personen eine Kohlenmonoxid-Vergiftung durch zwei Holzkohlegrills, die in der Wohnung betrieben wurden. In letzter Sekunde konnte die Familie gerettet werden.

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Redaktion: Sebastian Stenzel
Fotos: Feuerwehr Niedernhausen
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Veröffentlichung: 02. Januar 2013 - 07:19 Uhr
Letzte Aktualisierung: 02. Januar 2013 - 07:19 Uhr
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