Motorboot stößt mit Paddlern zusammen – Großübung auf dem Rhein bei Walluf

Großübung Rhein Walluf 16.08.13Ein Motorboot hat infolge eines Brandschadens im Motorraum einen Defekt an der Steuerungsanlage und fährt in eine Gruppe von Paddlern. Zahlreiche teils schwer Verletzte treiben im Rhein bei Walluf. Feuerwehren, Rettungsdienst und DLRG übten am vergangenen Freitag den Ernstfall.

Der Alarm ging bei Leitstelle des Rheingau-Taunus-Kreises gegen 16:45 Uhr ein. Unfall auf dem Rhein bei Walluf: „Manövrierunfähiges Motorboot kollidiert mit einer Gruppe von Paddlern. Mehrere verletzte Personen treiben im Rhein. Andere retteten sich auf den Steinwall vor dem Hafen. Im Motorraum des Bootes brennt es, weshalb die Steuerungsanlage defekt ist.“ Der Mitarbeiter der Rettungsleitstelle alarmiert sofort die Freiwilligen Feuerwehren von Nieder- und Oberwalluf, Großübung Rhein Walluf 16.08.13Eltville und von Budenheim sowie die Rettungskräfte von Deutschem Roten Kreuz, Malteser Hilfsdienst und Arbeiter-Samariter-Bund, die bereits nach kurzer Zeit am La-Londe-Platz eintreffen.

Die sehr hohe Fließgeschwindigkeit des Rheins sorgt dafür, dass die im Wasser treibenden Personen schnell weit auseinander gerissen werden. „Diese Strömung erschwert das Auffinden der Verletzten durch die Rettungskräfte natürlich noch“, betont Rainer Oswald vom Fachdienst für Brand- und Katastrophenschutz und Rettungsdienst der Kreisverwaltung, der die Übung in einem Boot begleitet. Oliver Schütz und Uli Hartmann von der Rettungsleitstelle hatten sich das Szenario der Übung ausgedacht. Großübung Rhein Walluf 16.08.13„Auf einer der meistbefahrenen Wasserstraßen Europas kann es jederzeit zu einem solchen Unfall kommen“, betont Schütz. Deshalb ist es wichtig, dass die Kräfte die Rettungsaktionen üben und koordinieren. „Ganz wichtig war es für uns, dass sich auch die Freiwillige Feuerwehr Budenheim von rheinland-pfälzischer Seite an der Übung beteiligt“, so Hartmann. „Wir wollten einen realitätsnahen Fall konstruieren. Deshalb wussten die Kräfte auch nicht, welches Szenario sie vorfinden werden“, ergänzt Oswald.

Derweil treffen an beiden Ufern des Rheins die Rettungskräfte ein und lassen die Rettungsboote zu Wasser. Nach kurzer Zeit können sie nach und nach die Verletzten aus dem Rhein ans Ufer retten, wo sie sie an den Rettungsdienst übergeben. Der Leitende Notarzt und der Organisatorische Leiter Rettungsdienst koordinieren die Versorgung. Großübung Rhein Walluf 16.08.13„Bei zirka 20 verletzten Personen gilt es, den Überblick zu behalten und die weitere medizinische Versorgung einzuleiten“, berichtet Oswald.

Gegen 18:15 Uhr ist auch der letzte Komparse von den Rettungskräften entdeckt und am Ufer abgegeben. Mittlerweile wurde auch der „Brand“ im Motorboot gelöscht. Die Übung kann beendet werden. Schütz: „Wir hatten einige Beobachter im Einsatz, die nun ihre Erkenntnisse zusammentragen, die wir dann bei einem Treffen mit allen Beteiligten besprechen werden.“ Eine erste vorläufige Bilanz fiel jedoch positiv aus. „Bei dem Zusammenspiel unterschiedlicher Rettungskräfte gibt es natürlich Schwierigkeiten und kleinere Fehler. Aber um diese auszumerzen, sind wir ja hier“, resümiert Uli Hartmann, der zu der Übung auch den neuen Kreisbrandinspektor Joachim Dreier begrüßen konnte.

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Redaktion: Sebastian Stenzel
Fotos: Alexander Wörl / Sebastian Stenzel
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Veröffentlichung: 23. August 2013 - 01:13 Uhr
Letzte Aktualisierung: 01. Januar 2014 - 08:20 Uhr
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