Missglückter Suizidversuch endet in vierstündigem Feuerwehreinsatz – LKW auf der A3 umgestürzt

LKW auf A3 umgestürzt 15.08.07(me) Ein umgestürzter Sattelzug blockierte am Mittwochabend stundenlang die A3 zwischen der Raststätte Medenbach und dem Wiesbadener Kreuz. Bis nach Mitternacht war die Feuerwehr, zusammen mit einem Bergungsunternehmen, mit der Fahrzeugbergung beschäftigt. Gegen 20:30 wurde die FF-Medenbach zu einem Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person auf die A3 alarmiert. Ebenso rückte der Rüstzug der Berufsfeuerwehr, inklusive dem Feuerwehrkran, auf die A3 aus. Bereits nach kurzer Zeit waren die ersten Feuerwehrkräfte aus Medenbach vor Ort und konnten den Verkehr absichern und den Brandschutz sichern. LKW auf A3 umgestürzt 15.08.07Auch ein Rettungswagen aus Frankfurt war zufällig an die Unfallstelle gekommen. An der Einsatzstelle zeigte sich folgende Lage: Ein Sattelzug lag ca. 1 Kilometer hinter der Raststätte Medenbach quer über alle drei Fahrstreifen. Die Mittelleitplanke war auf rund 100 Metern Länge komplett eingedrückt. Der Fahrer des LKW war jedoch zum Glück nicht eingeklemmt. Nach einer Erstversorgung vor Ort konnte er mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus transportiert werden. Wie es zu dem Unfall kommen konnte, war schnell klar: Der 48-jährige LKW-Fahrer hatte kurz vor seinem Unfall einem Bekannten telefonisch seinen Selbstmord angekündigt. Die Polizei versuchte noch das Handy zu orten, doch da war es schon zu spät. Der aus Koblenz stammende Fahrer wollte mit voller Geschwindigkeit in die Brückenpfeiler der Breckenheimer Autobahnüberführung rasen. Doch er blieb erfolglos – die Leitplanke hielt dem Gewicht des Sattelzuges stand und verhinderte so eine Kollision mit dem Brückenpfeiler. Nachdem er knapp 100 Meter der Mittelleitplanke niederwalzte, kippte der Lastwagen dann um. Nachfolgende Verkehrsteilnehmer erkannten die Situation zum Glück früh genug und konnten noch rechtzeitig abbremsen. LKW auf A3 umgestürzt 15.08.07Ein Porsche auf der Gegenfahrbahn wurde jedoch durch umherfliegende Trümmerteile beschädigt. Kaum jemand mag sich vorstellen was passiert wäre, wenn die Leitplanke nachgegeben hätte und das Führerhaus an dem Brückenpfeiler gelandet wäre. Auch so war der Unfall so laut, dass viele Anwohner aus Breckenheim zur Brücke liefen um die Ursache für das laute Krachen zu suchen. Während der Fahrer schnell abtransportiert und ausgelaufene Betriebsmittel gebunden waren, dauerte die Bergung bis in die Nacht hinein an. Mit dem Kran der Berufsfeuerwehr und einem Spezialkran der Firma Hübinger wurde der LKW erst von der Mittelleitplanke weggezogenLKW auf A3 umgestürzt 15.08.07 und dann aufgerichtet. Immer wieder musste die Fahrbahn komplett gesperrt werden. Meist jedoch konnte der Verkehr über die Standspur an der Einsatzstelle vorbeigeleitet werden. Nachdem die zerstörten Reifen gewechselt und die Ladung gesichert waren, konnte der Sattelzug um 00:45 Uhr endlich abtransportiert werden. Hauptaufgaben der Feuerwehr waren hier also primär die Absicherung der Einsatzstelle, sicherstellen des Brandschutzes und das Ausleuchten.

An dieser Stelle vielen Dank meinen Assistenten Florian und Christine Stamm, Nina Kleinhammer und Björn Becht für ihre Hilfe bei den Fotoaufnahmen.




Redaktion: Michael Ehresmann
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Veröffentlichung: 16. August 2007 - 01:13 Uhr
Letzte Aktualisierung: 16. August 2007 - 01:13 Uhr
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