Empfehlungen zur Ausstattung und Einsatztaktik


Gefährdung durch Kohlenmonoxid im Einsatz


Eigenschaften und Vorkommen von Kohlenmonoxid


Handlungsempfehlungen für Haushalte


Empfehlung zur Ausstattung

Aufgrund der Einsatzerfahrungen und aus der Forderung der mitwirkenden Einsatzkräfte muss ein Schutz der Einsatzkräfte als zwingend notwendig angesehen werden. Bei einer erheblichen Anzahl von Einsätzen ist mit dem Vorhandensein von CO zu rechnen

Empfehlung der Ausstattung Rettungsdienst:

Grundsätzlich ist das Tragen von CO-Warnern im Rettungsdienst und bei Krankentransporten zu empfehlen. Es sollte mindestens ein CO-Warngerät pro Rettungsmittel (KTW, RTW, NEF, o. ä.) aus Arbeitsschutzgründen vorgehalten und der Besatzung zur Verfügung gestellt wer- den. Gerade diese Fahrzeugbesatzungen begeben sich täglich in fremde Wohnungen, in de- nen Patienten mit entsprechenden Beschwerden abgeholt, behandelt und transportiert werden müssen.

Ausstattung Rettungsdienst Wiesbaden:

Rettungswagen (Mehrzweckfahrzeug)
RTW (MZF) – ausgestattet mit 1 Eingasatmosphärenwarngerät mit Messwertanzeige

  • vorgehende Einsatzkräfte (Trupp/s) u. a. bei der Erkundung/Arbeit zu schützen Notarzteinsatzfahrzeug

NEF – ausgestattet mit 1 Eingasatmosphärenwarngerät mit Messwertanzeige

  • vorgehende Einsatzkräfte (Trupp/s) u. a. bei der Erkundung/Arbeit zu schützen

Empfehlung der Ausstattung Feuerwehr:

Als Ausstattung der Feuerwehr ist zu empfehlen, dass mindestens ein CO-Warngerät für je- den Einsatzleiter im Bereich der Lageerkundung und zzgl. pro vorgehenden Trupp ein CO- Warner aus Arbeitsschutzgründen vorgehalten und zur Verfügung gestellt werden sollte. Gerade diese Fahrzeugbesatzungen begeben sich täglich in fremde Wohnungen, in denen Betroffene mit entsprechenden Beschwerden angetroffen werden.

Ausstattung Feuerwehr Wiesbaden:

Einsatzleitwagen
ELW – ausgestattet mit 1 Eingasatmosphärenwarngerät mit Messwertanzeige

  • um Einsatzleiter bei der Erkundung zu schützen

Löschgruppenfahrzeug – ausgestattet mit 2 Eingasatmosphärenwarngerät mit Messwertan- zeige

  • um LF-Führer bei der Erkundung zu schützen
    um vorgehende Einsatzkräfte (Trupp/s) bei der Erkundung/Arbeit zu schützen

Kleinalarmfahrzeug:
KLAF – ausgestattet mit 1 Eingasatmosphärenwarngerät mit Messwertanzeige

  • um vorgehende Einsatzkräfte (Trupp/s) bei der Erkundung/Arbeit zu schützen

Gerätewagen Messtechnik:
GW-Mess – ausgestattet mit 5 Eingasatmosphärenwarngerät mit Messwertanzeige

  • um ergänzende, vorgehende Einsatzkräfte (Trupp/s) für eine Erkundung/Arbeit mit zusätzlichen Mess- und Warngerätschaften auszurüsten

Empfehlungen zur Einsatztaktik

Alarmgrenzwerte

Um sinnvolle und rechtskonforme Alarmgrenzwerte im Dienst, d.h. der Einsatztätigkeit und dem Arbeitsalltag, zu definieren, wurden zum Schutz und einer frühen notwendigen Warnung der Einsatzkräfte, was deutlich im Vordergrund stehen muss, der in Deutschland allgemein gültige Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) bei Kohlenstoffmonoxid von 30 ppm, als Alarmschwelle 1, festgelegt.

Es gibt keine weiteren eindeutigen Grenzwerte oder Aussagen der Unfallkassen zu diesem Thema.

Alarm- und Ausrückordnung (AAO)

AAO Rettungsdienst „CO-Alarm“
Grundlage: Um aus Sicht der modernen präklinischen Notfallmedizin gut ausgestattete Ret- tungsmittel und gut ausgebildetes Rettungsdienstpersonal bei Einsätzen mit CO- Vergiftungen in notwendiger Anzahl vor Ort zu haben, wurde durch die Berufsfeuerwehr Wiesbaden in Verbindung mit dem Amt 53 „Rettungsdienst“ folgende Entscheidung getroffen:

AAO Rettungsdienst

Bei Einsätzen mit dem Alarmierungsstichwort „CO-Alarm“ werden von Seiten des Rettungs- dienstes mindestens ein RTW (MZF) und ein NEF alarmiert. Ggf. werden die bereits vorhandenen Fahrzeuge vor Ort auf das notwendige Soll ergänzt.

Die Vielzahl der dokumentierten Einsätze hat gezeigt, dass bei CO-Einsätzen relativ schnell die Alarmschwelle zur Alarmierung der „Einsatzleitung Rettungsdienst“ (OLRD und LNA) erreicht wurde. Dies erwies sich in allen Fällen als positiv. Weitere Einheiten müssen situati- onsabhängig nachalarmiert werden (je nach Anzahl der Betroffenen).

AAO Feuerwehr „CO-Alarm“
Grundlage: Um unter Beachtung der Einsatzgrundsätze bei grundlegenden Tätigkeiten vor Ort die notwendigen Fahrzeuge inkl. Besatzung, hier eine ausreichende Anzahl von Atemschutzgeräteträgern (AGT), vor Ort zu haben, wurde durch die Berufsfeuerwehr Wiesbaden folgende Entscheidung getroffen:

AAO Feuerwehr

Bei Einsätzen mit dem Alarmierungsstichwort „CO-Alarm“ werden von Seiten der Feuerwehr mindestens ein ELW, zwei LF, eine DLK (Löschzugvorgabe AGBF) sowie ein GW-Mess alarmiert.

Die Vielzahl der Einsätze hat gezeigt, dass bei CO-Einsätzen schnell, bestimmt und umsichtig gehandelt werden muss. Es sind ausreichend Atemschutztrupps vorzuhalten.

Einsatztaktik

Aufgrund der Erfahrungen der abgearbeiteten Einsätze und als Hilfestellung für die Einsatz- kräfte wurde ein Konzept zur Planung und Durchführung einer Kontrolle in Gebäuden erstellt.

Dieses sog. „Ampel-Konzept“ sieht Folgendes vor:

Einsatzkonzept „CO-Einsatz“

Siehe modellhafte Planung:

Gefahrenmatrix an einem Beispielgebäude

Erläuterung der Gefahrenmatrix

ROT „Schadenswohnung“

Dies ist u. a. eine Wohnung / ein Bereich, in dem vor einem zu hohen CO-Wert gewarnt wird.

Ein Beispiel hierfür könnte der originäre Einsatz des Rettungsdienstes zur Versorgung eines Patienten sein, bei welchem der CO-Warner alarmiert.

Gelb „Ereigniswohnung, Gefahrenausbreitung?“

Dies sind u. a. Wohnungen/Bereiche, die durch direkten baulichen Kontakt zur ursprünglichen Schadenswohnung stehen und einer Kontrolle bedürfen, da man nicht sicher sein kann, dass in diesen Wohnungen keine Personen zu Schaden gekommen sind. Es kann auch hier eine Gefährdung für Personen bestehen oder sich gar in einer angrenzenden Wohnung der ursprüngliche Gefahrenausgangspunkt befinden. Falls in einer gelben Whg. erhöhte CO-Werte gemessen werden, wird diese zu einer roten Wohnung und die Matrix wird entsprechend erweitert.

Ein Beispiel hierfür könnte das Treppenhaus und die Wohnungen ober- und unterhalb der ursprünglichen Schadenwohnung sein.

Grün „Kontrolle der Wohnung nicht unbedingt notwendig!“

Dies sind u. a. Wohnungen/Bereiche angrenzend an mögliche Ereigniswohnungen, in denen keine erhöhten CO-Werte gemessen werden.

Ein Beispiel hierfür könnten angrenzende Wohnungen an das gelbe Treppenhaus und die gel- ben Wohnungen ober- und unterhalb sein.

Weiterhin muss in der Einsatztaktik die direkte Verbindung zu Räumen und Geschossen mittels Durchbrüchen, Schornsteinen sowie sonstige Verbindungen berücksichtigt werden. Auch die mögliche Diffusion in Reihenbebauungen oder durch Wände und Decken muss berücksichtigt werden.

DFV-Fachempfehlung Nr. 04/2012 vom 15. Mai 2012

Rahmenempfehlung zu Einsätzen bei Verdacht auf einen CO-Notfall innerhalb von Räumlichkeiten


Ablauf und Durchführung der Gefahrenerhebung


CO-Unfälle & -Einsätze


Quelle: MMH-Studie „Gefährdung durch Kohlenstoff-
monoxid an der Einsatzstelle“, Berufsfeuerwehr Wiesbaden