Kleintransporter übersieht Stauende – Vollsperrung der A643

Zu einem heftigen Auffahrunfall kam es am Donnerstag in den frühen Abendstunden auf der A643 in Höhe Abfahrt Mainz-Gonsenheim. Ein Kleintransporter übersah das Stauende und fuhr auf einen BMW auf, dessen Fahrer mit hydraulischem Rettungsgerät befreit werden musste. Eine fehlende Rettungsgasse bereitete den Rettungskräften mal wieder Probleme.

Im Berufsverkehr fuhr ein 61-Jähriger Sprinter-Fahrer gegen 18:30 Uhr am Stauende der Baustelle „Schiersteiner Brücke“ in Fahrtrichtung Wiesbaden auf einen BMW aus dem Main-Taunus-Kreis auf. Durch die Wucht des Aufpralls kam dieser ins Schleudern und kollidierte mit zwei weiteren Fahrzeugen.

Bei Eintreffen der Feuerwehr Mainz blockierten die Unfallfahrzeuge die komplette Fahrbahn und Wrackteile lagen weit verstreut auf der Straße. Es bildete sich bereits ein langer Stau vor der Unfallstelle. Zwei Fahrzeuginsassen waren zwar nicht eingeklemmt, aber schwer verletzt und mussten durch die Feuerwehr, bis der Rettungsdienst hinzukam, medizinisch erstversorgt werden . Der dritte Fahrer war glücklicherweise nur leicht verletzt.

Im Laufe des Einsatzes wurde durch den hinzukommenden Notarzt die Entscheidung getroffen, dass eine patientengerechte Rettung des BMW-Fahrers notwendig war. Dazu schnitt die Feuerwehr am Unfallfahrzeug die Fahrertür und alle störenden Teile ab, um den Verletzten schonend, also ohne das Bewegen der verletzten Wirbelsäule, aus dem Innenraum zu befreien.

Nachdem die beiden schwerverletzten Fahrer an den Rettungsdienst übergeben waren, konnte die Fahrbahn grob gereinigt werden. Die drei Unfallwracks transportierte der Abschleppdienst ab. Die Polizei schätzt den entstandenen Sachschaden auf rund 40.000 EUR. Bis zur vollständigen Unfallaufnahme durch die Polizei war die A643 in diesem Bereich über zweieinhalb Stunden voll gesperrt. Eine Fahrspur konnte um 21:00 Uhr wieder freigegeben werden. Auf der Umleitungsstrecke kam zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.

Rettungsgasse

„Das Thema „fehlende Rettungsgasse“ muss auch in diesem Fall leider wieder erwähnt werden – nein, nicht weil auf dieser Textseite noch Platz ist oder die Feuerwehr jemanden ärgern will  – sondern weil es scheinbar manche Autofahrer immer noch nicht verstanden haben, warum eine Rettungsgasse (lebens)notwendig ist. Wie uns eine „Staueingeschlossene“ berichtete, konnte sie heute selbst vor Ort feststellen, dass Verkehrsteilnehmer, die vorbildlich die Rettungsgasse bildeten, von anderen Fahrzeugen hupend und schimpfend überholt wurden. In die freie Lücke drängelten sich einzelne Fahrzeuge und blockierten diese somit wieder. Ein Autofahrer hat sich sogar direkt hinter den vorbeifahrenden Abschleppwagen angehängt, um im Stau besser vorwärts zu kommen.

Auch wenn die Feuerwehr Mainz Verständnis für die im Stau Wartenden hat, so dient die Rettungsgasse doch ausschließlich dazu, dass unsere Rettungskräfte schnellstmöglich zum Unfallort vordringen können. Und mal ehrlich… Je schneller die Rettungskräfte vor Ort helfen können, desto schneller ist die Straße auch für Sie wieder frei!“, schreibt Einsatzleiter Mario Ambrosius in seinem Pressebericht.




Redaktion: admin
Fotos: Feuerwehr Mainz / Polizei - Verkehrsdirektion Mainz
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Veröffentlichung: 17. März 2017 - 01:13 Uhr
Letzte Aktualisierung: 17. März 2017 - 01:13 Uhr
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