Gesundheitsamt gibt Tipps zur Hitzewelle

Symbolfoto

Symbolfoto

Der Deutsche Wetterdienst warnt für die kommenden Tage vor einer außergewöhnlich starken Wärmebelastung. Der Wiesbadener Gesundheitsdezernent Axel Imholz empfiehlt, durch gesundheitsbewusstes Verhalten den Hitzestress erträglich zu gestalten und die sommerlichen Risiken zu vermeiden.

Hauptgefahr ist Wassermangel, denn Schwitzen bedeutet einen erheblichen Wasserverlust über die Haut. Wird dieser Flüssigkeitsverlust nicht ausgeglichen, führt die zunehmende Austrocknung des Körpers zu einer Beeinträchtigung der Kreislauffunktion und Nierentätigkeit und letztlich zum Kollaps. Besonders gefährdet sind Kleinkinder, ältere Menschen und Personen mit chronischen Erkrankungen.

Das Gesundheitsamt Wiesbaden hat im Folgenden einige Ratschläge zusammengestellt, die helfen sollen, die heißen Tage unbeschadet zu überstehen. Amtsleiter Dr. Holger Meireis rät dringend, die Ernährungsweise anzupassen und bei den derzeit hohen Temperaturen viel zu trinken. Zwei bis drei Liter Mineralwasser sowie Kräuter- und Früchtetees in Zimmertemperatur sind genau das Richtige. Alkoholhaltige Getränke und stark gesüßte koffeinhaltige Getränke sollte man lieber meiden. Fruchtige Zwischenmahlzeiten, beispielsweise frische Melone und Ananas, ergänzen nicht nur Flüssigkeit, sondern liefern gleichzeitig wichtige Vitamine und Spurenelemente. Auch Gemüsesuppen aus Tomate, Gurke, Zucchini, nach Art der berühmten „Gazpacho“, sind ein wertvoller Beitrag zur richtigen mineralreichen Ernährung. Und schließlich sind frische Salate nach Sommerrezepten eine ideale Hauptmahlzeit.

Kühle Räume sind wichtig, deshalb sollte man einige Maßnahmen treffen, um das Raumklima zu verbessern – das geht behelfsmäßig auch ohne Klimaanlage, beispielsweise durch das Herunterlassen der Jalousien, um die Sonneneinstrahlung zu vermindern. Jalousien sollten möglichst außen liegen, das wehrt die Wärmestrahlung ab, bevor sie durch die Fensterscheiben dringt. Auch Lüften hilft, vorzugsweise morgens und spät abends, wenn die Sonneneinstrahlung geringer ist. Wer empfindlich gegen Zugluft ist, sollte Ventilatoren und Klimageräte mit Vorsicht einsetzen. Nachts können angefeuchtete Tücher vor die geöffneten Fenster gehängt werden.

Wärmeabstrahlende Elektrogeräte und Beleuchtungskörper, die nicht unbedingt notwendig sind, sollte man auch aus Energiespargründen abschalten.

Und wem dann doch zu heiß ist, der kann die Handgelenke mit kühlem Wasser erfrischen, eine feuchte Kompresse auf Stirn oder Nacken legen oder auch eine Gel-Maske aus dem Kühlschrank auf die Augenpartie auflegen. Hilfreich ist auch eine lauwarme Körperdusche – nicht eiskalt, weil ein Wärmestau entstehen kann – ein lauwarmes Fußbad, die Schläfen, den Hals und die Region hinter den Ohren mit „Kölnisch Wasser“ oder Eisstift betupfen, Rücken und Beine mit Franzbranntwein einreiben oder die Füße mit Fußbalsam (aus dem Kühlschrank) einreiben. Ein probates, speziell Wiesbadener Hilfsmittel ist Thermalwasser; aus einem Zerstäuber auf Gesicht und Arme gesprayt.

Axel Imholz rät Menschen, die sich nicht in einer kühlen Wohnung oder im Schatten aufhalten können, besonders leichte und atmungsaktive Kleidung zu tragen, möglichst aus Naturfasern, sowie beim Aufenthalt im Freien einen Sonnenhut oder eine andere geeignete Kopfbedeckung zu tragen, denn das hält sowohl Hitze als auch UV-Strahlung ab. Auch für die unbedeckte Haut ist unbedingt ein Sonnenschutz erforderlich, wenn man sich im Freien aufhält; was möglichst nur in den Morgen- und Abendstunden stattfinden und in der Mittagshitze und -sonne vermieden werden sollte. Kleinkinder bis zu einem Jahr sollte man der Sonne erst gar nicht ungeschützt aussetzen, ältere Kinder sollten sich wenigstens in der prallen Mittagshitze nicht ungeschützt in der Sonne aufhalten.

Angehörigen von Kranken und alten Menschen rät Dr. Meireis abschließend: „Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie Ihren Hausarzt unbedingt auf Besonderheiten in der Versorgung des zu Pflegenden an. Eventuell muss die Medikamenteneinnahme angepasst werden. Erfragen Sie auch die maximal erlaubte Trinkmenge bei Hitze für Nieren- oder Herzkranke!“

Hohe Waldbrandgefahr: Umweltministerium ruft zweithöchste Alarmstufe aus

Symbolfoto

Mit dem Ausrufen der zweithöchsten Alarmstufe wird unter anderem sichergestellt, dass die besonders gefährdeten Waldbereiche verstärkt überwacht werden. Die Forstverwaltung stellt zudem die technische Einsatzbereitschaft sicher und nimmt Kontakt zu den örtlichen Brandschutzdienststellen auf. Angesichts des heißen Wochenendes unterstützt zusätzlich die Polizeifliegerstaffel des Landes Hessen die Kontrolle der gefährdeten Bereiche durch Überwachungsflüge. (weiterlesen …)




Redaktion: Sebastian Stenzel
Fotos: Thorsten Grüner
Video:

Veröffentlichung: 25. Juli 2013 - 02:14 Uhr
Letzte Aktualisierung: 25. Juli 2013 - 02:14 Uhr
Tags: