Gebäudebrand in Geisenheim – Brandstiftung?

Gebäudebrand Geisenheim 24.09.09(me) Zu einem nicht alltäglichen Einsatz kam es für die Feuerwehren der Stadt Geisenheim im Rheingau-Taunus-Kreis am Donnerstagabend. Eine ehemalige Gaststätte stand in Flammen – vermutlich durch den Besitzer angezündet, der während des Brandes seelenruhig im Gebäude TV schaute.

Um 21:17 melden mehrere Anrufer ein brennendes Gebäude in Geisenheim-Marienthal. Der Einsatzort ist den Feuerwehrleuten gut bekannt: Seitdem das große Gebäude Ende 2008 versteigert werden soll, waren sie schon drei Mal zu Bränden in und am Haus gerufen worden – bisher brannte jedoch nur Unrat.

Gebäudebrand Geisenheim 24.09.09An der ehemaligen Gaststätte, in der auch Wohnräume integriert sind, angekommen, schlagen bereits Flammen aus Fenstern im Dachgeschoss. Auch ein Teil des Dachs ist bereits durchgebrannt. Als der erste Atemschutztrupp das Gebäude betritt, um Löschmaßnahmen im Obergeschoss durchzuführen, trauen sie ihren Augen kaum: Der Besitzer des Hauses sitzt im Erdgeschoss und schaut mit seinem Hund TV.

Sofort wird der offensichtlich alkoholisierte Mann aus dem Haus gerettet. Anwohnern zufolge, hatte er schon mehrmals frustriert damit gedroht, das Haus anzuzünden. Die Brände der Vergangenheit sollen ebenfalls auf sein Konto gehen. Die Polizei nahm ihn wegen des Verdachts der Brandstiftung in Gewahrsam.

Gebäudebrand Geisenheim 24.09.09Mit  mehreren Atemschutztrupps konnte im Innenangriff ein schneller Erfolg erzielt werden. Mehrere brennende Räume waren schnell gelöscht. Von außen kamen die Einsatzkräfte nur schwer an den brennenden Dachstuhl heran, da die Dachziegel standhaft blieben und so Stück für Stück entfernt werden mussten.

Ursprünglich wütete das Feuer zur Straße hin. Durch die Bauweise und die Dachisolierung wanderte das Feuer jedoch über die gesamte Dachfläche. Die Drehleiter vor Ort musste so mehrmals ihren Standort wechseln. Erst nach vier Stunden, in denen der Brand immer wieder an verschiedenen Stellen im Dachgebälk aufflammte, konnten die 44 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren einrücken.

Eine Staffel verblieb die Nacht über zur Brandwache. Auch ein Rettungswagen war während der Löscharbeiten zum Eigenschutz vor Ort. Die Polizei schätzt den entstandenen Sachschaden auf rund 300.000 Euro.




Redaktion: Michael Ehresmann
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Veröffentlichung: 25. September 2009 - 07:19 Uhr
Letzte Aktualisierung: 25. September 2009 - 07:19 Uhr
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