“Frankopia 2017” – 450 Einsatzkräfte üben Großschadenslage in Frankfurt

Katastrophenschutzübung "Frankopia 2017" Osthafen Frankfurt 30.09.17Unter dem Arbeitstitel “Frankopia 2017” übten am Samstag 450 ehren- und hauptamtliche Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes und der Rettungsdienste der Stadt Frankfurt ein umfangreiches Unfallszenario, das nahezu alle Facetten des Rettungswesens abbildete. Rund 40 Verletzte mussten aus Fahrzeugen, Bränden oder dem Wasser gerettet, teils dekontaminiert und in ein simuliertes Krankenhaus transportiert werden.

Das Szenario: Der Fahrer eines Gefahrgut-Lkw wird am Osthafen bewusstlos. Sein Fahrzeug fährt unkontrolliert in zwei Pkw, in denen mehrere Personen eingeklemmt werden. Außerdem verliert er einen Teil seiner Ladung: Giftiges Hydrazin fließt die Straße entlang und entfacht auch ein Feuer im Keller eines Gebäudes.Katastrophenschutzübung "Frankopia 2017" Osthafen Frankfurt 30.09.17 Hier sind insgesamt 17 Personen eingeschlossen, da der Notausgang von einem Pkw zugeparkt ist. Zudem kommt es auf der Ladefläche des Lkw noch zu Explosionen.

Für die Einsatzkräfte, unter denen sich auch 40 Auszubildende im Rahmen ihrer Ausbildung zum Notfallsanitäter befanden, einen außergewöhnliche Herausforderung. Durch die vielen parallelen Einsatzlagen ist eine ganz besondere Zusammenarbeit erforderlich.

Da retten Feuerwehr und THW schonmal gemeinsam unter Atemschutz. Ein Teil der Verletzten muss außerdem dekonatminiert werden – ebenso wie die im Gefahrenbereich eingesetzten Einsatzkräfte. Allein diese Maßnahmen sind personal- und zeitaufwändig. Katastrophenschutzübung "Frankopia 2017" Osthafen Frankfurt 30.09.17Zudem kommt es während der Brandbekämpfung im Keller zu einem Atemschutznotfall. Ein Trupp muss gefunden, gerettet und versorgt werden.

Die knapp 40 realisitsch geschminkten Mimen sorgen für zusätzlichen Stress. Sie schreien oder weinen, reagieren auf jedes Wort, jede Handlung der Rettungskräfte. Die Übungsleitung legt besonderen Wert darauf, derartige Übungen, wie sie jetzt zum elften Mal statt fand, regelmäßig durchzuführen. “Wir wollen uns gemeinsam auf Szenarien vorbereiten, die jederzeit passieren können, jedoch in ihrer Schadenslage so groß und komplex sind, dass wir sie nicht alltäglich erleben und auch nur gemeinsam lösen können”; erläutert Übungsleiter Johannes Pranhofer vom Malteser Bildungszentrum.

Nach rund zwei Stunden ist das Szenario soweit abgearbeitet, dass die Übung beendet wird. Alle Einsatzkräfte zeigen sich erschöpft, aber glücklich ob ihrer gemeisterten Aufgaben. Zwei Mal wurde das Szenario an diesem Tag geübt – jeweils mit anderen Einsatzkräften.

Flickr Album Gallery Pro Powered By: Weblizar

Redaktion: Michael Ehresmann
Fotos: Michael Ehresmann
Video:

Veröffentlichung: 30. September 2017 - 20:38 Uhr
Letzte Aktualisierung: 30. September 2017 - 20:38 Uhr
Tags: