Empfang: Dank an alle 500 Einsatzkräfte beim Chemieunfall in Oestrich-Winkel

Innenminister Boris Rhein empfing am Freitag, gemeinsam mit dem Bürgermeister der Stadt Oestrich-Winkel, die Männer und Frauen aus Feuerwehren, Rettungsdiensten, Technischem Hilfswerk und Polizei, die beim Unglück in einem schaumstoffproduzierenden Betrieb im August und September in Oestrich-Winkel im Einsatz waren.

„Sie alle haben eine großartige Arbeit geleistet. Die Feuerwehrleute und das Technische Hilfswerk haben dazu beigetragen die drohende Explosion des havarierten Chemietanks zu verhindern. Die Rettungskräfte haben vorbildlich die insgesamt 24 Verletzten versorgt. Viele Einsatzkräfte, darunter auch die Polizei, haben sich geduldig umdie verunsicherten Anwohner gekümmert. Klar ist: dem Engagement jedes Einzelnen von Ihnen ist es zu verdanken, dass die Stadt Oestrich-Winkel einer möglichen Katastrophe entgangen ist. Dafür möchte ich Ihnen herzlich danken und die Anerkennung der Landesregierung aussprechen“, so Innenminister Boris Rhein während des Helfer-Empfangs.

Rund 500 Einsatzkräfte leisteten in den 26 Tagen, vom 13. August bis zum 8. September 2012, nach ersten Schätzungen ungefähr 12.000 Arbeitsstunden. Ausgelöst hatte das Unglück, nach bisherigen Erkenntnissen, das irrtümliche Einleiten eines Wasser- Glycol-Gemisches in einen Tank mit einem Schaumstoffvorprodukt. Die Folge war eine heftige chemische Reaktion und akute Explosionsgefahr des Tanks durch den enormen Temperatur- und Druckanstieg. Die Herausforderung für die Feuerwehren war einerseits den Tank ständig zu kühlen und andererseits die aus dem Tank austretenden giftigen Dämpfe mit Wasser unschädlich zu machen.

„Ich habe allergrößten Respekt vor Ihrer Leistung. Sie waren während der kritischen Tage ein vorbildliches Team, ehrenamtliche Einsatzkräfte arbeiteten beispielsweise Hand in Hand mit den hauptberuflichen Einheiten der Berufs- und Werkfeuerwehren. Hier hat sich das hessische System des Brand- und Katastrophenschutz einmal mehr bewährt. Die jährlich 12 Millionen Euro für Aus- und Fortbildung sind eine sinnvolle Investition der Landesregierung in die Sicherheit von Hessen“, erklärte Innenminister Boris Rhein abschließend.

Giftgasaustritt in Oestrich-Winkel sorgt für Großalarm im Rhein-Main-Gebiet

Gefahrstoffaustritt Oestrich 13.08.12Durch einen Giftgasaustritt in einem Betrieb in Oestrich-Winkel waren am Montag und in der Nacht rund 500 Einsatzkräfte mobilisiert worden, die Bevölkerung wurde mehrfach gewarnt – sogar eine Evakuierung war bereits am Anlaufen. Die Gefahr besteht wohl noch bis Donnerstag.

Gegen 13 Uhr kam es in dem kunststoffverarbeiteten Betrieb zu dem Unfall. Durch eine chemische Reaktion mit Wasser entstand in einem Tank „Toluylendiisocyanat“. Ein stark ätzender Stoff, der zusätzlich zu einem gefährlichen Druckanstieg im Behälter führte. Der Stoff trat in einer großen Wolke über dem Betrieb aus. (weiterlesen…)

Nach Gefahrgutunfall in Oestrich-Winkel: Feuerwehr muss weiter kontrollieren und kühlen

Gefahrgutunfall Oestrich 18.08.12Nach dem Giftgasaustritt in Oestrich-Winkel ist die Feuerwehr nach über einer Woche immer noch im Einsatz. Nachdem der Einsatz am Freitag offiziell für Beendet erklärt wurde, mussten die Einsatzkräfte in der Nacht zum Samstag erneut anrücken. Seitdem kontrolliert die Feuerwehr den betroffenen Tank und die Tankkühlung dauerhaft. Und das voraussichtlich noch für rund zwei Wochen.

“Es kann Entwarnung gegeben werden. Von dem beschädigten Tank geht keine Gefahr aus.”, teilte der Rheingau-Taunus-Kreis in einer Pressemitteilung am Freitag mit. Der Einsatz bei der Firma Koepp sei erfolgreich beendet und dem Betrieb Auflagen zur Entsorgung des Tanks gemacht worden. Nur wenige Stunden später mussten die Einsatzkräfte in der Nacht zum Samstag aber erneut anrücken. (weiterlesen…)


Redaktion: Sebastian Stenzel
Fotos: Sebastian Stenzel
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Veröffentlichung: 06. Oktober 2012 - 12:51 Uhr
Letzte Aktualisierung: 06. Oktober 2012 - 12:51 Uhr
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