Ein Toter und zwei Schwerverletzte bei Messerstecherei in Wiesbadener Innenstadt – Drei Tatverdächtige festgenommen

Messerstecherei Kirchgasse 11.06.17Eine Auseinandersetzung in der Wiesbadener Fußgängerzone endete in der Nacht zu Sonntag tragisch. Bei der Messerstecherei kam ein junger Mann ums Leben, einer wurde lebensgefährlich, ein weiterer schwer verletzt. Der oder die Täter floh(en) nach der Tat in Richtung Platz der Deutschen Einheit. Die Fußgängerzone war bis die Morgenstunden gesperrt. Drei Tatverdächtige wurden am Sonntag und Montag festgenommen.

Gegen 3:30 Uhr kames in der Fußgängerzone (Kirchgasse) in Höhe Karstadt/Nordsee zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen aus sechs und drei. Die größere Gruppe junger Männer wurde daraufhin mit einem oder mehreren Messern angegriffen. Hinzugerufene Rettungskräfte versuchten einen 19-jährigen in Wiesbaden geborenen Albaner zu reanimieren. Er erlag jedoch noch vor Ort seinen schweren Verletzungen.

Zwei weitere junge Männer im Alter von 18 und 19 Jahren aus der Gruppe kamen mit schweren und teils lebensbedrohlichen Stichverletzungen ins Krankenhaus.Messerstecherei Kirchgasse 11.06.17 Vier Rettungswagen, zwei Notärzte sowie Feuerwehrleute versorgten die Verletzten. Auch die Einsatzleitung Rettungsdienst (LNA und OLRD) kamen zur Einsatzstelle.

Augenzeugen wurden durch Rettungskräfte und im Verlauf von Notfallseelsorgern betreut. Auch hinzugekommene Freunde und Verwandte der Betroffenen mussten von Notfallseelsorgern vor Ort und im Krankenhaus betreut werden. Die Polizei sperrte den Tatort weiträumig ab und suchte mit einem Großaufgebot nach dem oder den Tätern sowie Spuren und Tatwaffen.

Auch ein Spürhund der Polizei kam hierzu zum Einsatz. Noch am Morgen nahm die Spurensicherung vor Ort ihre Arbeit auf. Die Feuerwehr unterstützte die Polizei durch das Ausleuchten des Tatorts. Die Kirchgasse war im Bereich Karstadt bis zum Vormittag gesperrt.

Drei Tatverdächtige festgenommen

[Update 12. Juni – 10:50 Uhr] Wie die Polizei mitteilt, erfolgten im Verlauf des Sonntages die Festnahmen von zwei Männern im Alter von 23 und 24 Jahren. Am Montagmorgen stellte sich dann der dritte Tatverdächtige, ein ebenfalls 22-Jähriger, auf einer Polizeidienststelle. Die drei Festgenommenen haben die deutsche Staatsangehörigkeit.

Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen trafen die zwei Gruppen, bestehend aus sechs und drei Personen, gegen 03.30 Uhr, auf dem Mauritiusplatz aufeinander. Die drei verletzten Männer waren Angehörige der größeren Gruppe. Die Dreiergruppe flüchtete vom Tatort. Die sofort eingeleiteten Ermittlungen führten zunächst auf die Spur des 24-Jährigen, welcher am Sonntag festgenommen wurde. Im Verlauf des Sonntages konnte ermittelt werden, wer seine zwei Begleiter waren. Welchen Tatbeitrag jeder einzelne geleistet hat und welche Person oder welche Personen ein Messer eingesetzt haben, ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft. Die Hintergründe, die zu der Tat geführt haben, sind noch nicht geklärt.

Untersuchungshaftbefehl gegen 24-Jährigen

[Update 13. Juni – 15:00 Uhr] Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Wiesbaden wurden am Montagnachmittag zwei der drei festgenommenen Männer einem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ gegen den 24-Jährigen einen Untersuchungshaftbefehl. Gegen den 23-Jährigen konnte, aufgrund zwischenzeitlich neuer Erkenntnisse, kein dringender Tatverdacht mehrbegründet werden, sodass er wieder auf freien Fuß gesetzt wurde. Ein 22-Jähriger wurde bereits im Laufe des Montagvormittages aus dem Polizeigewahrsam entlassen.

Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen kam es zunächst zu einem verbalen Streit zwischen dem 22-Jährigen und den späteren Geschädigten. Der 24-Jährige, ein Student aus dem Rheingau-Taunus-Kreis, und der 23-Jährige, ein Polizeianwärter (Student) der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung in Wiesbaden, schalteten sich dann in die Auseinandersetzung ein. Warum die Auseinandersetzung nun eskalierte und welcher der drei Männer in welcher Form daran beteiligt war, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Die zwischenzeitlich durchgeführte Obduktion des Opfers bestätigte, dass er durch einen Stich in die Herzregion  verstarb.  Die beiden anderen Geschädigten erlitten Bauchverletzungen. Im weiteren Verlauf der Ermittlungen wird die Wiesbadener Kriminalpolizei Zeugenvernehmungen durchführen, gesicherte Spuren untersuchen  und die Ergebnisse umfangreicher  kriminaltechnischer Untersuchungen auswerten.

Zeugen oder Hinweisgeber werden gebeten, sich bei der Wiesbadener Kriminalpolizei
unter der Rufnummer (0611) 345-3201 zu melden.

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Redaktion: Michael Ehresmann
Fotos: Wiesbaden112
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Veröffentlichung: 11. Juni 2017 - 6:04 Uhr
Letzte Aktualisierung: 13. Juni 2017 - 14:04 Uhr
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