Domänenkellerei Eltville in Flammen – Fünf Drehleitern und 130 Kräfte im Einsatz

Großbrand Domänenkellerei Eltville 26.10.15Ein Großbrand forderte in der Nacht zum Montag die Feuerwehren im Rheingau. Der historische Komplex der ehemaligen Staatsweingüter in Eltville stand lichterloh in Flammen. Mit zahlreichen Rohren und über fünf Drehleitern kämpften die über 130 Feuerwehrkräfte gegen das Feuer. Die Brandermittlungen gestalten sich schwierig – Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe.

Lichterloh schlugen die Flammen in der Nacht zum Montag in Eltville in den Himmel. Kurz vor 02:00 Uhr wurde die Feuerwehr Eltville alarmiert. Als die ersten Kräfte eintrafen, stand der Dachstuhl des großen Komplexes der ehemaligen „Staatlichen Domänenkellerei“ in der Schwalbacher Straße bereits im Vollbrand. Sofort wurden weitere Kräfte nachalarmiert und ein umfangreicher Löschangriff gestartet.

Großbrand Domänenkellerei Eltville 26.10.15Im Hinterhof ging die Drehleiter aus Oestrich-Winkel mit einem Tanklöschfahrzeug in Stellung, auf dem Platz neben dem Komplex wurde die Eltviller Drehleiter postiert und links neben dem Hauptgebäude kamen die Drehleitern aus Geisenheim und Rüdesheim zum Einsatz. Später kam auch noch eine Drehleiter der Berufsfeuerwehr Wiesbaden nach Eltville. Mit zahlreichen Rohren kämpften die über 130 Feuerwehrkräfte gegen die Flammen.

Der Großeinsatz konnte allerdings nicht verhindern, dass der aus dem dem Jahre 1890 stammende historische sowie denkmalgeschützte Haupttrakt ein Raub der Flammen wurde. Durch den Brand stürzte der mehrere Meter hohe Dachstuhl komplett ein und fiel in das Erdgeschoss des Gebäudes. Flammen loderten auch vier Stunden später immer wieder aus dem Dach. Ein Übergreifen der Flammen vom Hauptgebäude auf die Nebengebäude konnten die Feuerwehrkräfte erfolgreich verhindern.

Großbrand Domänenkellerei Eltville 26.10.15Über die Drehleitern musste – dort wo das Dach noch nicht eingestürzt war – die Dachhaut geöffnet werden, um an den Brandherd heran zu kommen. Eine Abrissfirma rückte mit einem Bagger an. Um an die letzten Brandnester zu kommen, musste das Gebäude teilweise eingerissen werden. Allerdings wird es noch bis in den Montagmittag hinein dauern, bis sämtliche Glutnester in dem verwinkelten Komplex tatsächlich gelöscht sind.

Bei dem Brandobjekt handelt es sich um die ehemalige staatliche Domänenkellerei Eltvilles, in der im 19. Jahrhundert angebauter Wein verarbeitet und veredelt wurde. Seit mehreren Jahren steht das Gebäude nun leer. Immer wieder gab es dabei Streit, wie der Bau zukünftig genutzt werden könne. Großbrand Domänenkellerei Eltville 26.10.15Im vergangenen Jahr war der Komplex für 2,5 Millionen Euro vom Land Hessen an einer private Investorengruppe verkauft worden, die mehrere Wohnungen und ein Hotel hier errichten wollten.

Nach ersten Erkenntnissen wurde bei dem Feuer in dem leerstehenden Gebäude niemand verletzt. Was letztendlich zum Brand führte, ist derzeit gänzlich unklar. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Eine Brandstiftung kann nicht ausgeschlossen werden. Die Ermittlungen zur Brandursache gestalten sich jedoch äußerst schwierig, da der betroffene Gebäudetrakt nahezu komplett zerstört wurde. Die Höhe des entstandenen Sachschadens ist derzeit noch nicht abschätzbar.

Schwierige Brandermittlungen – Polizei bittet um Mithilfe

Großbrand Domänenkellerei Eltville 26.10.15[Update 27.10.15 – 16:45 Uhr] Nach dem Großbrand der ehemaligen Staatsweingüter in Eltville hat die Kriminalpolizei Wiesbaden die Ermittlungen aufgenommen und war heute mit mehreren Brandermittlern vor Ort. Die Arbeit der Spezialisten gestaltet sich äußerst schwierig. Das gesamte Dach ist in das Gebäudeinnere gestürzt, sodass der Zerstörungsgrad enorm ist und sich die Spurensuche sehr aufwendig darstellt. Trümmerteile müssen in den nächsten Tagen sukzessive abgetragen werden. Nur so kann die Suche nach der Brandursache fortgeführt werden. 

Zur Aufklärung ist die Kriminalpolizei dringend auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Nach ersten Ermittlungen ist anzunehmen, dass die Ursache für den Brand nicht ein technischer Defekt ist, sondern möglicherweise eine Brandstiftung vorliegt. Aus diesem Grund fragt die Polizei: Wer hat in den Tagen vor dem Brand oder auch zu einem noch früheren Zeitpunkt Personen auf dem Gelände gesehen und kann hierzu Angaben machen? Wurden anderweitige verdächtige Beobachtungen gemacht? Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Wiesbaden unter der Telefonnummer (0611) 345-3201 entgegen.

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Redaktion: Sebastian Stenzel
Fotos: Sebastian Stenzel/Dennis Altenhofen/Michael Ehresmann/Thorsten Grüner
Video: Sebastian Stenzel/Dennis Altenhofen/Michael Ehresmann/Thorsten Grüner

Veröffentlichung: 26. Oktober 2015 - 10:12 Uhr
Letzte Aktualisierung: 27. Oktober 2015 - 17:49 Uhr
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