Aufregung im Rhein-Main-Gebiet: Kampfjets verursachen Knall

Symbolfoto: F16 Kampfjet der belgischen Luftwaffe

Ein heftiger Knall erschütterte am Mittwochmittag das Rhein-Main-Gebiet. Zunächst wurde von einem Erdbeben, einer Explosion oder einem Flugzeugabsturz ausgegangen. Feuerwehr und Polizei suchten nach möglichen Ursachen. Zeitungsrecherchen ergaben dann, dass es zwei belgische Kampfjets die Schallmauer durchbrochen hatten.

Am Mittwoch gegen 11:30 Uhr: Ein heftiger Knall, gefolgt von einem zweiten, etwas leichteren, ist in Wiesbaden zu hören, Scheiben scheppern. Bei Feuerwehr und Polizei gehen duzende Notrufe ein. Die Berufsfeuerwehr Wiesbaden und die Freiwillige Feuerwehr Dotzheim suchen daraufhin nach einer möglichen Explosion. Auch ein Polizeihubschrauber machte sich auf die Suche. Ergebnislos. Die Polizei konnte sich den Knall nicht erklären und vermutete zunächst ein Erdbeben.

Auch aus Mainz, Koblenz, dem Taunus und dem Westerwald wurde von dem Knall berichtet. Ein Flugzeugabsturz kann nach Anfragen bei der Deutschen Flugsicherung schnell ausgeschlossen werden. Der Landeserdbebendienst in Rheinland-Pfalz und das hessische Landesamt für Geologie schließen ein Erdbeben aus. Beim Luftwaffenamt hieß es, die Abteilung Flugbetrieb ermittle zurzeit. Schließlich bestätigte dann die Bundeswehr, dass zwei belgische F16-Kampfflugzeuge den Knall ausgelöst hatten:

„Nach Auswertung der hier zur Verfügung stehenden Radar- und Flugbetriebsdaten unserer Fachabteilung konnte festgestellt werden, dass am 7. Dezember 2011 gegen 11:30 Uhr Ortszeit zwei belgische F-16-Kampfflugzeuge einen Schutzflug zur Wahrnehmung luftpolizeilicher Aufgaben unter Kontrolle der Luftverteidigung durchgeführt haben.

Im Rahmen dieser Flugbewegung wurde über dem geschilderten Bereich die Schallgeschwindigkeit überschritten. Die festgestellte Flughöhe lag bei 34.000 Fuß (entspricht etwa 10,35 Km über Normal Null).“ [RheinZeitung]

Wie mehrere Zeitungen am Nachmittag berichteten, war bei einem Passagierflugzeug einer belgischen Airline, der aus Belgien kam und in den deutschen Luftraum gelangte, offenbar der Funk ausgefallen. Dadurch greift automatisch ein Nato-Sicherheitsprotokoll. Die beiden F16-Kampfjets flogen den Informationen zufolge an den Passagierjet heran und stellten Sichtkontakt zu den Piloten her. Kurz darauf gab es jedoch wieder Entwarnung: Der Kontakt zur Maschine wurde wiederhergestellt.

Wenn ein Flugzeug mit Überschallgeschwindigkeit fliegt, ist der Überschallknall zu hören. Wann genau die Schallmauer durchbrochen wird, hängt aber von verschiedenen Faktoren wie dem Wetter ab. Normalerweise geschieht dies bei rund 1.200 km/h. Der Knall wird in Kegelform hinter der Maschine hergezogen und kann vierzig Kilometer rechts und links hinter dem Flugzeug gehört werden.


Redaktion: Sebastian Stenzel
Fotos: Shandchem/Flickr.com
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Veröffentlichung: 07. Dezember 2011 - 16:12 Uhr
Letzte Aktualisierung: 07. Dezember 2011 - 16:12 Uhr
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