Baukran stürzt in Bad Homburg auf Einkaufsmarkt – eine Tote und sieben Verletzte

Kransturz Bad Homburg 11.12.13Bei Bauarbeiten in Bad Homburg (Hochtaunuskreis) ist am Mittwochvormittag ein Baukran auf einen benachbarten Einkaufsmarkt gestürzt. Mindestens ein Mensch kam ums Leben, mehrere wurden verletzt und verschüttet. Das Gebäude stürzte teilweise ein.

Zur Zeit des Unglücks gegen 11:30 Uhr befanden sich rund 30 Menschen in dem Discounter. Nach bisherigem Erkenntnisstand ist ein Mensch ums Leben gekommen. Genaue Informationen zu dieser Person liegen der Polizei derzeit noch nicht vor. Die Anzahl der Verletzten liegt nach aktuellen Informationen der Polizei bei fünf Personen, von denen zwei per Rettungshubschrauber mit schweren Verletzungen in Krankenhäuser geflogen wurden.

Kransturz Bad Homburg 11.12.13Die Rettungsarbeiten vor Ort gestalten sich schwierig, da Teile des betroffenen Einkaufsmarktes einsturzgefährdet sind und von den Rettungskräften derzeit nicht betreten werden können. Es ist nicht auszuschließen, dass sich in diesem Bereich noch weitere Personen befinden. Der Kran war für Bauarbeiten in der Justus-von-Liebig-Straße aufgebaut und stürzte aus bisher unbekannter Ursache auf den benachbarten Aldi-Markt, wobei Teile des Daches einstürzten.

Feuerwehren und Rettungsfahrzeuge aus dem Hochtaunuskreis und aus Frankfurt sind an der Unglücksstelle im Großeinsatz. Vor Ort haben Ermittler der Bad Homburger Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen, an denen sich auch Fachleute der Bauaufsicht beteiligen. Die Höhe des Sachschadens kann bisher noch nicht abgeschätzt werden. Die Einsatzstelle ist derzeit von Einsatzkräften der Polizei weiträumig abgesperrt.

Getötete Frau identifiziert – Bergung noch im Gange

[Update 11. Dezember 2013, 22:00 Uhr] Nach Mitteilung der Polizei am Mittwochabend, kann von einer getöteten 45-jährigen Frau sowie insgesamt sieben Verletzten, zwei davon schwer, berichtet werden. Bei den beiden Schwerverletzten handelt es sich um den 58-jährigen Kranführer und die 74-jährige Mutter der Getöteten. Die Verletzten wurden teilweise per Rettungshubschrauber in umliegende Krankenhäuser gebracht, zum aktuellen Verletzungsbild und Zustand können derzeit keine Aussagen getroffen werden.

Am Mittwochabend waren die Bergungsarbeiten am Unglücksort noch im Gange. Mittels eines 220-Tonnen-Krans wird versucht, einen Teil des umgestürzten Kranauslegers anzuheben, um näher an den Trümmerbereich im Einkaufsmarkt vordringen zu können. Ziel ist es, die Leiche zu bergen und Nachschau zu halten, um letztendlich weitere Opfer ausschließen zu können. Die Dauer dieser Maßnahmen ist im Moment nicht abzuschätzen.

Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main ist Ermittlungsführerin. Der Unglücksort wird weiterhin durch Polizeikräfte abgesperrt. Ermittlungsbeamte, Spurensicherer, Mitarbeiter des Amtes für Arbeitsschutz und Betriebssicherheit sowie ein hinzugezogener Sachverständiger vom TÜV-Hessen sind mit der Begutachtung des Schadensortes beschäftigt. Ein Zeitpunkt eines Untersuchungsergebnisses kann noch nicht genannt werden. Unter der Gesamteinsatzleitung von Stadtbrandinspektor Daniel Guischard waren allein an den Rettungs- und Bergungsarbeiten der Feuerwehr, des THW und Rettungsdienstes rund 170 Kräfte beteiligt.

Leiche geborgen – keine weiteren Opfer

[Update 12. Dezember 2013, 18:45 Uhr] Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, konnte in der Nacht zum Donnerstag mit aufwändigen Bergungsmaßnahmen die Leiche der bei dem Unfall getöteten 45-Jährigen frei gelegt und abtransportiert werden konnte. Darüber hinaus wurden auch keine weiteren Opfer festgestellt, sodass am Donnerstagmorgen die Ermittlungen nach der Unglücksursache fortgesetzt werden konnten. Nähere Angaben zur Ursache konnte die Polizei aber noch nicht machen.

Am Nachmittag haben die Sachverständigen die Arbeit an der Unglücksstelle abgeschlossen und nach Abtransport eines Teils der Kranbruchstücke wurde die Justus-von-Liebig-Straße wieder freigegeben. Auch die polizeilichen Ermittlungen vor Ort sind weitgehend beendet. Die Spurenauswertung und Ursachenermittlung nebst Gutachtenerstellung wird laut Polizei noch eine geraume Zeit in Anspruch nehmen.

Alle Verletzten außer Lebensgefahr

[Update 13. Dezember 2013, 15:25 Uhr] Der Zustand der derzeit noch in Krankenhäusern befindlichen Verletzten ist stabil, so dass akut keine Lebensgefahr mehr besteht. Eine polizeiliche Vernehmung ist jedoch noch nicht möglich, teilt die Polizei am Freitag mit. Die Leiche der getöteten 45-Jährigen wird auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main in der nächsten Woche obduziert. Bis zum Abschluss des Ermittlungsverfahrens kann die Polizei noch keine Informationen zur Unglücksursache geben.






Redaktion:
Fotos: Jürgen Mahnke

Veröffentlichung: 11. Dezember 2013
Letzte Aktualisierung: 24. Dezember 2013

Kategorie: Einsätze, Hochtaunuskreis
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