Öffentlichkeitsarbeit
20. Februar 2013
Wie kann man die Bewohner einer Ortschaft davon überzeugen, dass es notwendig ist, sich ehrenamtlich in der Freiwilligen Feuerwehr zu engagieren? Diese Frage stellte sich die Wehrführung der FF Vallstedt/Alvesse (Niedersachsen) schon seit einigen Jahren. Der in der Presse oft genannte demografische Wandel unserer Gesellschaft macht sich nun langsam, aber sicher auch in den Freiwilligen Feuerwehren bemerkbar. Die Mitgliederzahlen sind seit Jahren landesweit rückläufig – Wehren werden zusammengelegt, oder ganz und gar geschlossen.
Um das Interesse potentieller neuer Mitglieder auf die Freiwillige Feuerwehr zu richten, gab es nun in der Nacht zum Samstag ein „Geschenk“ an so gut wie alle Haushalte in den Ortschaften Alvesse und Vallstedt – vornehmlich an solche, die mit der Feuerwehr noch nicht in direktem Kontakt stehen.
Ein sogenannter „Haushalts-Löschkübel“ wurde vor die Haustüren gestellt. In jedem der „Löschkübel“ steckt ein zweiseitiges Informationsblatt, das den Hintergrund dieser Aktion näher beschreibt. Der Eimer soll mit einem gewissen Witz darauf aufmerksam machen, dass die ehrenamtliche Tätigkeit einer Freiwilligen Feuerwehr wichtig ist. Jeder von uns kann schnell in eine lebensbedrohliche Lage geraten, wenn beispielsweise das eigene Haus brennt, oder man in einen Verkehrsunfall verwickelt wird. Was würden wir dann ohne die Feuerwehr tun? Die Feuerwehr Vallstedt/Alvesse möchte mit dieser Werbeaktion die Dorfbewohner ein bisschen wachrütteln und zum Nachdenken anregen.
Am Freitag, den 8. März um 19:00 Uhr sind dann alle interessierten Einwohner aus Alvesse und Vallstedt recht herzlich zu einem aufschlussreichen Infoabend in das Feuerwehrhaus Vallstedt eingeladen. Im Vorfeld des Abends werden zusätzlich noch ausgewählte Personen von den Kameraden der Feuerwehr gezielt angesprochen und persönlich eingeladen.
26. September 2012
Kommentar von Jan Südmersen anlässlich der “Rettungsknipser”-Aktion des DJV.

Symbolfoto
Man kann sich nicht dagegen wehren. Es ist heute einfach so. Jeder hat in seinem Telefon eine kleine Kamera und benutzt diese bei alle passenden und unpassenden Gelegenheit. Vieles, was früher privat war, ist heute öffentlich. Das kann man gut finden (siehe die Handyfilme der arabischen Revolution) oder schlecht (langsam fahrende Gaffer, die mit dem Handy filmend langsam an der Unfallstelle vorbeifahren), aber ändern kann man es nicht.
Wie gehen wir als Feuerwehren damit um? Zuerst einmal: Wir sind eine öffentliche Einrichtung. Unsere Fahrzeuge und Mitarbeiter arbeiten nicht inkognito, tragen keine Tarnfarben – im Gegenteil. Daher erregen alle unsere Tätigkeiten ein öffentliches Interesse. Uns wird „zugeschaut“: Mehr oder wenig zufällig anwesende Beobachter oder diejenigen, die den grundgesetzlichen Auftrag zur Berichterstattung haben: die Presse. Neben vielen anderen Problemchen ist unser Dilemma, dass wir die Menschenwürde unsere „Kunden“ (Artikel 1 des Grundgesetzes) zu schützen haben und gleichzeitig die Arbeit der Presse (Artikel 5 des Grundgesetzes) nicht behindern dürfen. Und als wäre das nicht schon schwierig genug, gibt es keine klare Abgrenzung oder Definition für den Journalisten. Eigentlich ist jeder Journalist, der sich dazu berufen fühlt. Dieser ganze Komplex lässt sich eigentlich nur durch eine vertrauensvolle Zusammenarbeit vor Ort lösen – und ich behaupte mal, das klappt zu 99%. Die Feuerwehr muss sich vielleicht nur hier und da von dem Gedanken lösen, der Presse vorschreiben zu wollen, was sie fotografieren und filmen darf und soll (solange sie sich dabei nicht selbergefährden oder uns im Weg stehen) – das ist Zensur. Die Presse sollte vielleicht auch hier und da akzeptieren, dass in hochgradig emotionalen und stressigen Situationen Feuerwehrleute die Kamera im Nacken nicht so gerne haben. Wie gesagt, das ist eigentlich eine Frage des gegenseitigen Kennenlernens und Vertrauens.
Diese Art von Öffentlichkeit ist übrigens kein Manko, sondern unser gewaltiger Vorteil und Chance: Keine andere „Firma“ hat eine bundesweite Hotline, einen so schnellen Service, dermaßen auffällige Werbeträger und so einen öffentlichen Auftritt wie …
Etwas anders ist das Fotografieren durch Einsatzkräfte selber. Oft, noch viel zu oft wird auch durch Feuerwehrangehörige das Smartphone genutzt und das Ergebnis durch die sozialen Medien geschickt. Das geht nicht. Eine gezielte Einsatzdokumentation oder auch das schnelle Foto der Lage beim Eintreffen ist für die Aus- und Fortbildung sicher Gold wert, aber nicht das kollektive Zücken des iPhones an der Einsatzstelle. Dort wo es nicht eh schon per Dienstanweisung verboten ist, sollte spätestens der gesunde Menschenverstand einspringen. Es wäre schon extrem schizophren, wenn wir uns als Feuerwehr über die Gaffer aufregen, aber dann selber – und in erster Reihe – die Schaulust anderer befriedigen. Von der offentsichtlichen Strafbarkeit auch eine moralisch-ethische Katastrophe.
Die Weitergabe dieser Fotos an die Redaktionen ist ein zweischneidiges Schwert, selbst und gerade wenn es kostenlos erfolgt, denn fest angestellte und freie Fotografen verdienen damit ihren Lebensunterhalt. Letztlich kann das bedeuten, dass wir den Redaktionen irgendwann Bilder liefern müssen, weil es keinen Fotografen mehr gibt, der vor Ort kommt. Das kann eigentlich nicht in unserem Interesse sein, im öffentlichen Interesse sowieso nicht: Die Unabhängigkeit der Berichterstattung ist ein teuer erkauftes Gut, welche auch wir als öffentliche Einrichtung zu schützen haben. Die Weitergabe dieser Bilder erfordert einiges an Fingerspitzengefühl – und wieder eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Pressevertretern vor Ort, von deren Fotos auch oft genug die Feuerwehr profitiert. Eine Konfliktsituation ist hier für beide schädlich.
15. Dezember 2011
Zwei Millionen Informationsbroschüren, 650 TV-Spots, 200 Hörfunk-Spots, mehr als 600 Plakate und Transparente – mit einer groß angelegten Kampagne wird in Österreich für die Rettungsgasse geworben. Was bereits seit den 1980er Jahren in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben ist, wird im neuen Jahr auch in Österreich zur Pflicht.
In Deutschland wurde die Rettungsgasse bereits 1982 eingeführt. Sie muss auf Autobahnen und Außerortsstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen für eine Richtung in der Mitte der Richtungsfahrbahn, bei Straßen mit drei Fahrstreifen in Fahrtrichtung zwischen dem linken und dem mittleren Fahrstreifen freigehalten werden. Bisher nutzen Einsatzfahrzeuge in Österreich den Pannenstreifen, um zum Unfallort zu gelangen. Allerdings gibt es dort oft Probleme, wenn der Pannenstreifen nicht auf ganzer Länge ausgebaut ist oder durch liegengebliebene Fahrzeuge blockiert ist. (weiterlesen …)
7. Dezember 2011
Seit inzwischen über fünf Jahren bin ich in Wiesbaden und Umgebung an den verschiedensten Einsatzstellen unter den verschiedensten Einsatzleitungen als Einsatzfotograf unterwegs. Meist sind die gleichen Medienvertreter neben mir am Einsatzort. Mit den Meisten pflegt man eine hervorragende Zusammenarbeit und alle kennen „die Spielregeln“, die hier als üblich angesehen werden.
Am 22. Oktober durfte ich einen Großeinsatz in einem ganz anderen Ballungsgebiet von Beginn an miterleben. Eigentlich war ich auf einer Familienfeier in Holm. Holm liegt im Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein und ist von knapp über 3 000 Einwohnern besiedelt. Der Nachbarort Wedel liegt ebenfalls an der Elbe und hat mit über 30 000 Einwohnern auch eine größere Feuerwehr. An Wedel grenzt direkt die Hansestadt Hamburg an. (weiterlesen …)
19. Januar 2011
Rund zwei Dutzend passive und vier aktive Mitglieder konnte die Feuerwehr Trebur schon durch ihre aktive Öffentlichkeitsarbeit gewinnen. Ein großer Erfolg war der Foto-Kalender, den die Wehr in Eigenregie produzierte. Aber auch sonst lässt die Truppe nichts anbrennen, wenn es darum geht, neue Mitglieder zu werben.
Mit Sprüchen wie “Wir lassen nichts anbrennen!”, “Für uns ist kein Einsatzort zu heiss.” oder “Auch an heißen Tagen bleiben wir ganz cool.” und den passenden Fotos wirbt die Feuerwehr Trebur (Kreis Groß-Gerau) in ihrem Kalender 2011 um neue Mitglieder. (weiterlesen …)
28. Juli 2010
Die Berliner Feuerwehr präsentiert sich seit 2009 in neuem Outfit. Mit einem einheitlichen Design von der Visitenkarte bis zur Fahrzeugbeklebung schuf die Feuerwehr ein einheitliches Erscheinungsbild. An ihrem Messestand präsentierte die Berliner Feuerwehr die Entstehung ihres Corporate Design und seine Vorteile. Langfristiges Kommunikationsziel ist es, die Berliner Feuerwehr zu einem „Markenzeichen“ aufzubauen.
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20. Dezember 2007
Wie bei vielen anderen Feuerwehren, herrscht auch bei der Feuerwehr Raunheim Mitgliedermangel. Doch bevor es zu wirklichen Engpässen kommt, entgegnete man mit einer offensiven Mitgliederwerbung und Öffentlichkeitsarbeit, die ein Beispiel für viele anderen Feuerwehren sein kann.
Für eine Freiwillige Feuerwehr mit einem solchen Aufgabengebiet fehlen der Feuerwehr Raunheim knapp 40 Mitglieder. Bei über 200 Einsätzen jährlich kommt es so zu einer extremen Belastung der rund 50 Mitglieder. Besonders zeigt sich der Mitgliedermangel an der Einsatzbereitschaft am Tage, wenn die meisten Mitglieder arbeiten sind.
Um diesen Problemen zu begegnen startete die Feuerwehr Raunheim vor rund zwei Jahren eine offensive Öffentlichkeitsarbeit, mit dem Ziel, vor allem für die Jugendfeuerwehr neue Mitglieder zu werben. (weiterlesen …)