[update] Neun Verletzte bei Wohnungsbrand in Mehrfamilienhaus – 200.000 € Schaden – Postbote ist Lebensretter

Wohnungsbrand Niederwaldstraße 05.04.07(me) Bei einem Wohnungsbrand in einem Mehrfamilienhaus in der Niederwaldstraße sind in der Nacht zu Donnerstag neun Menschen verletzt worden.

Gegen 03:30 Uhr wurde die Feuerwehr Wiesbaden gleich über mehrere Notrufe in die Niederwaldstraße 34-36 gerufen. Ein Postbote, der sich auf dem Rückweg von einer Feier befand bemerkte das Feuer, alarmierte als Erster die Feuerwehr. Er warnte die Hausbewohner und rettete die 38-jährige Frau aus ihrer brennenden Wohnung. Dabei zog er sich selbst eine schwere Rauchgasvergiftung zu. Der Postbote stürmte in das 2. OG, trat die Tür ein und rettete die Frau aus den Flammen und damit ihr offenbar das Leben.

Bei Eintreffen des Löschzugs der Feuerwache 1, der zum Glück nur wenige hundert Meter zu fahren hatte, schlugen bereits Flammen aus einem Fenster des 2. OG bis zum Dach und eine Frau stand hilfesuchend an der Straße. Während die ersten Löschmaßnahmen über ein C-Rohr von außen vorgenommen wurden, gestaltete sich die Rettung der Bewohner entsprechend schwierig. Durch die enorme Hitze, die nach einiger Luftzufuhr durchzündete, stand schnell die ganze Wohnung in Flammen. Wohnungsbrand Niederwaldstraße 05.04.07Da für die Drehleitern nicht genügend Aufstellfläche vorhanden war, wurde die Menschenrettung über drei Schiebleitern vorgenommen und auch ein Sprungkissen wurde sicherheitshalber in Stellung gebracht. Die Bewohner des 3. OG mussten jedoch einige Zeit auf dem Balkon verharren, da die Frau sich das Besteigen der Leiter nicht zutraute und eine Rettung über das Treppenhaus aufgrund der enormen Hitze erst später mit Fluchthauben möglich war. Acht weitere Bewohner erlitten leichte Rauchvergiftungen. Fünf davon wurden in Wiesbadener Krankenhäuser gebracht. Die schwerverletzte Frau wurde in eine Spezialklinik für Brandverletzungen geflogen und ist derzeit noch nicht Vernehmungsfähig.

Nach gut einer Stunde war das Feuer in der Wohnung gelöscht und die Lage entspannte sich langsam. Mittlerweile waren auch Kräfte der Wachen 2 und 3 sowie die FF-Stadtmitte eingetroffen. Die FF-Biebrich führte die Wachbesetzung durch, um den Brandschutz im Stadtgebiet sicher zu stellen. Der Bus der Feuerwache 2 und ein ESWE-Bus standen an der Einsatzstelle für die Betreuung der Bewohner zur Verfügung. Neben den Einsatzleitdiensten der Feuerwachen 1 und 2 waren auch der Direktionsdienst und der Leiter der Feuerwehr, Harald Hagen, vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Für den Rettungsdienst organisierten die leitende Notärztin (LNA) und der organisatorische Leiter des Rettungsdienstes (OLRD) die Betreuung und Behandlung der Verletzten.

Ersten Schätzungen zufolge entstand bei dem Brand ein Schaden von rund 200.000 €. Ob überhaupt noch Wohnungen in dem Mehrfamilienhaus bewohnbar sind, bleibt unklar. Die Wohnungen im 2. und 3. Obergeschoss sind jedoch sehr massiv durch Feuer und Rauch in Mitleidenschaft gezogen worden. Nach umfangreichen Ermittlungen vor Ort geht die Polizei von Fahrlässigkeit als Unglücksursache aus. Der Entstehungsort des Brandes wird im Bereich eines im Wohnzimmer abgestellten Sessels angenommen. Dort, wo sich auch ein Wohnzimmertisch befand, wurden keinerlei Hinweise auf eine elektrotechnische Ursache gefunden, daher geht man davon aus, dass es hier durch eine offene Flamme – beispielsweise aus Kerzen, Zigaretten oder ähnlichem – zu dem Feuer kam.

[update 05.04.2007 – 17:00 Uhr] Text aufgrund von Pressemitteilungen berichtigt




Redaktion: Michael Ehresmann
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Veröffentlichung: 05. April 2007 - 06:06 Uhr
Letzte Aktualisierung: 05. April 2007 - 06:06 Uhr
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